Yuri-Manga: „Cocytus“ in der Review

Yuri-Manga: "Cocytus" von Naoko Kodama

„Cocytus“ fasst die titelgebende Kurzgeschichte mit dem Short „Moratorium“ zusammen. Erstmals von Naoko Kodama 2014 veröffentlicht, erschien der Yuriband 2016 bei Tokyopop.

In „Cocytus“ geht es um Shiinas Schulzeit, die geprägt ist von der strengen Regentschaft Yoshidas. Es gibt genaue Regeln für das Verhalten der Schülerinnen – alle auf Bodyimage und dem Gefallen von Jungs geprägt. Mineko, von Shiina „Kuroneko“ genannt, will sich aber so gar nicht anpassen. Ihr Verhalten löst in Shiina Angst vor Yoshidas Meinung, aber auch starkes Interesse aus.

Der typischen Japanerin kann Kuroneko gar nicht entsprechen, immerhin hat sie ihr halbes Leben in Amerika verbracht hat. Dennoch ist es Shiina, die die Initiative ergreift, nachdem beide in den Regen kamen…


Die Figuren sind schön und liebevoll gezeichnet, wobei die intimeren Szenen, anders als bei „Moratorium“, wo die Brüste schon wieder fast klischeehaft zu groß sind, vergleichsweise zahm gehalten sind.

Weiterhin sehen die beiden Mädchen Mao und Itsuki auch Mineko und Shiina ähnlich, blond trifft auf schwarzhaarig. Sie besuchen die Uni, wo zum Glück Popularität wengier eine Rolle spielt. Dennoch ist Shiina beliebter und insgesamt mehr mit sich und ihren Gefühlen im Reinen… Die Portion Humor sowie ein uneindeutiges Ende findet man in dieser Geschichte ebenso. Dabei ist eine der beiden Hälften des Pärchens stets ungestüm, Mao fast durchgeknallt.

Zum Hintergrund

Mit beiden Geschichten wollte die Autorin erforschen, wie es ist, wenn aus Freundschaft mehr wird. Dabei ist interessant, wie sie den Unterschied zwischen Frauenliebe (“gleichgestellter Liebe”) und heterosexuellen Beziehungen (in Japan eben die unterworfene Frau, zwischen den Zeilen) zieht. Von Naoko Kodama stammt ebenso der grenzwertige Plot von “Welt ohne Freiheit” sowie das dickbusige aber beliebte “Geliebte Mangaka”. Allerdings wäre tatsächlich eine Erweiterung von „Cocytus“ wünschenswerter gewesen statt „Moratorium“ hinzuzufügen, wenn auch die Collegezeit für eine erwachsene Leserin deutlich spannender ist.

Weiterführend schmökern könnt ihr in der neuen DokiDoki 3!

Dieses Mal als Premiere mit Wendecover, also eine Seite mit dem Yuripaar schlechthin: Haruka und Michiru aus „Sailor Moon“ (genauer: „Sailor Moon Crystal“). Im Extraheft gibt es Leseproben aus dem Bereich Shoujo Ai, im Hauptmagazin viele Rezensionen, LGBT-Kolumnen und Erfahrungsberichte aus Japan! Verfügbar im Onlineshop des Raptor Verlags.

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