Wie ein Teenager? Verlorene Jahre, weil du dich nicht outen konntest…

Manchmal fühlst du dich wie ein Teenager, dabei bist du schon 30!

Kennt ihr das Gefühl? In eurer Jugend konntet ihr euch nicht outen. Heute habt ihr manchmal Backflashs, in denen ihr euch viel jünger fühlt als ihr seid – so, als würdet ihr noch einmal kurz in die Pubertät abdriften? Doch verlorene Jahre bekommt man nicht wieder…

Anfang September 2017 gepostet, zählt ein Tweet von @introvertgay beinah 12.000 Retweets und 58.000 „Gefällt mir“-Angaben. Das besondere an dem Tweet ist, dass er einen sensiblen Einblick in das Leben Homosexueller gibt, die Schwierigkeiten mit ihrem Coming-out hatten:

Übersetzt lautet der Tweet von @introvertgay: „Homosexuelle Kultur ist ein Teenager zu sein, obwohl du 30 bist, weil du deine Teenager-Jahre nicht leben konntest.“

Hier das Original:

Der Grund ist logisch. Muss man sich verstecken, gar verleugnen, fehlen einem bestimmte Erfahrungen, die andere nun einmal machen konnten. Man hat das Gefühl, dass einem Zeit – wichtige Zeit – gestohlen wurde, in der man sein wahres Ich nicht leben und sich nicht frei entfalten konnte.

Was das mit einem machen kann? Während es eine bestimmte Gruppe Menschen vielleicht nur nachdenklich und melancholisch macht, leiden andere sehr darunter, versuchen verloren gegangene Jahre künstlich nachzuholen oder werden sogar krank. Irgendwas fühlt sich falsch an. Es fehlt etwas. Da ist eine Lücke! Folgen wie Depressionen etc. sind leider keine Seltenheit…

In der Diskussion unter dem Tweet schrieben einige Twitter-User neben ihr tatsächliches Alter ihr gefühltes, indem sie gewisse Jahre des Versteckens abzogen. Einige nennen die Zeit nach ihrem Coming-out sogar zweite Pubertät.

Wie geht es euch, wenn ihr diese Worte lest? Habt ihr auch das Gefühl, dass euch wichtige Jahre genommen wurden? 

3 KOMMENTARE

  1. „Es ist ein fataler Irrglaube, dass wir mit dem Eintritt in ein bestimmtes Lebensalter erwachsen werden“ (Nachwort, Die Mitte der Welt) Anders gesagt: Dieses Gefühl einer zweiter Pubertät kann immer auftreten, es gehört zum Leben in all seiner Vielfalt.

  2. Ich kann das Gefühl absolut nachempfinden, irgendwie will man die trübe Vergangenheit mit schöneren Bildern, Erlebnissen verblassen lassen. Und für mich ist das auch voll i. O.

    Manchmal tut es weh, aber wenn man jemanden hat /Freunde/die große Liebe dann ist es ertragbar, denke ich <3

  3. Glück ist jetzt. Glück ist nicht weniger, weil man es später hat. Es summiert sich nicht im Lauf der Zeit. Deshalb glaub ich nicht an das Konzept der verlorenen Jahre.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT