Der Anfang von jedem Geschlecht und jeder Sexualität ist weiblich!

Dies zeigt die embryonale Entwicklung: Jeder Embryo im Mutterleib ist von seiner Grundform, unabhängig von seiner genetischen Information (XX- oder XY- Geschlechtschromosomen), erst einmal weiblich. Die äußeren Lustorgane bei Frau* und Mann* entwickeln sich also aus derselben weiblichen embryonalen Struktur.

Intersexualität, also das gleichzeitige Vorhandensein beider Geschlechtsorgane bei derselben Person in verschiedenen individuellen Ausprägungen, ist ein gutes Beispiel für diese embryonale Entwicklung. Erst nach Einwirkung von Androgenen in der späteren Entwicklung wandeln sich die ursprünglich weiblichen Geschlechtsorgane zu männlichen um. Dabei behalten sie aber grundsätzlich dieselben anatomischen Strukturen, die sich nur anders ausformen. Männer* haben also embryonal gesehen eine männliche Klitoris und keinen Penis.

Der sexuelle Erregungsvorgang von Frau* und Mann* ist vergleichbar

Wegen der Entwicklung der äußeren Lustorgane aus denselben embryonalen Anlagen ist auch die sexuelle Physiologie, also der sexuelle Erregungsvorgang und auch der Orgasmus bei weiblichen und männlichen äußeren Lustorganen vergleichbar.
So wird die weibliche Klitoris bei Erregung steif und stellt sich genau wie beim männlichen Lustorgan nach oben auf. Das Aufstellen kann man als Frau* auch spüren. Die weiblichen Schwellgewebe füllen sich mit Blut und werden sehr viel dicker. Nach dem Orgasmus entweicht das Blut wieder und die Klitoris senkt sich wieder entspannt nach unten in die Position des nicht erregten Zustandes.
Die Ejakulation ist ebenfalls weiblich, auch wenn sie in der heteronormativen Gesellschaft üblicherweise nur dem Mann* zugesprochen und seit dem Mittelalter auch nur diesem offen erlaubt wird. Das für die Ejakulation bei Männern* verantwortliche Gewebe ist aus dem weiblichen Ejakulationsgewebe entstanden. Die Ejakulationsflüssigkeit ist von der Zusammensetzung und Beschaffenheit her bis auf das Vorhandensein von Spermien bei beiden gleich.

Die in heutigen heteronormativen Gesellschaften überhöht dargestellte sogenannte männliche Potenz ist also in Wirklichkeit eine weibliche Potenz!

Dies ist in unserer heutigen heteronormativen Gesellschaft leider immer noch nicht allgemein bekannt oder akzeptiert: So soll in der christlichen Bibel Eva aus der Rippe von Adam gemacht worden sein.

Beim Thema weibliche Ejakulation war es im Mittelalter noch so, dass die christliche Kirche als Norm hatte, dass jede Frau* beim Geschlechtsakt ejakulieren musste, das war damals absolut Pflicht. In späterer Zeit hat sich diese Norm in das Gegenteil verkehrt und die weibliche Sexualität wird bis heute häufig als weniger wichtig dargestellt als die männliche.

Nicht nur in der Bibel werden die Tatsachen falsch dargestellt, sondern auch in den aktuellen relevanten Anatomieatlanten (wie z. B. Netter), also der Fachliteratur für alle Ärzte. Dort werden die weiblichen Lustorgane nur sehr nebensächlich und wenig genau, teilweise sogar herabwürdigend, abgehandelt, während die männlichen zuerst kommen und ausführlich bis ins Detail beschrieben werden. Dabei werden hier beschriebenen Tatsachen der weiblichen Potenz einfach weggelassen und ignoriert. Außerdem wird das Vorhandensein von Intersexualität häufig bereits in der Kindheit durch unnötige und mittlerweile auch nicht mehr überall erlaubte Geschlechtsoperationen „bekämpft“, damit die dichotome Geschlechterwelt wieder zum Schein hergestellt ist.

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