Am 30. Juli findet der Christopher Street Day in Stuttgart statt. Dieses Jahr wird die Türkische Gemeinde erstmals, um auf die Probleme Homosexueller in der türkischen Community aufmerksam zu machen, offiziell am CSD teilnehmen.

Mit der Teilnahme an der CSD-Straßenparade möchte die Gemeinde dieses Jahr aktiv ein Tabuthema konservativer und/oder streng religiöser, türkischer Familien ansprechen. Natürlich habe es Widerstand gegeben, sagt Gökay Sofuoglu, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, doch steht für ihn fest: „Wir können aber als Verein, der sich gegen Diskriminierung jeder Art einsetzt, davor nicht die Augen verschließen.”

Die türkische Gemeinde erhofft sich, dass Familien von lesbischen und schwulen Jugendlichen in Zukunft toleranter mit dem Thema Homosexualität umgehen.

Homosexuell zu sein ist noch lange nicht okay

“Wenn jemand homosexuell ist, fürchten schnell auch die Angehörigen um ihren Ruf”, erklärt Olcay Miyanyedi, der zusammen mit Jochen Kramer das Stuttgarter Projekt “Kultursensibel” leitet, das sich zur Aufgabe macht, Jugendliche und Familien über vielfältige Formen von Sexualität und Liebe aufzuklären. Auch heute würden noch viele denken, dass wenn das Kind schwul ist, die ganze Familie krank sein würde. Besonders schlimm wird es seinen Angaben nach dann, wenn diese Kinder zusätzlich von ihren Familien unter Druck gesetzt werden, sich und ihre Sexualität zu verstecken bzw. nicht zu leben. Zwar sei die deutsche Gesellschaft mittlerweile recht offen und tolerant gegenüber Homosexualität, doch sei es trotzdem extrem schwer, sich von den Erwartungen einer konservativ-traditionellen und streng religiösen Familie zu lösen – frei zu leben.

Was folgt seien oftmals psychische Belastungen, resultierend aus einem hohen Leidensdruck. Das Projekt “Kultursensibel” macht es sich zur Aufgabe, so Kramer, Strategien gegen diese Ausgrenzungen zu enwickeln und Betroffene zu stärken.

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