Tag der lesbischen Sichtbarkeit!!!

26. April - Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

Seit 2008 ist der 26. April ein Tag, an dem speziell auf die Sichtbarkeit von uns Lesben aufmerksam gemacht werden soll…

Vor allem lesbische Frauen werden oftmals nicht ernst genommen, angefeindet, missbraucht oder schlicht übersehen. Um neben dem Kampf um Gleichstellung speziell auf die lesbischen Frauen der LGBT*-Community aufmerksam zu machen, gibt es am 26. April seit 2008 den weltweiten “Lesbian Day of Visibility”!

Hintergrund

“Lesben unterliegen grundsätzlich der Mehrfachdiskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und aufgrund ihrer sexuellen Identität.

Lesben sind keine homogene Gruppe. Ihre Erfahrungen, Chancen und Identitäten sind neben ihrem Geschlecht auch von vielen anderen Faktoren geprägt. So sind Schwarze Lesben, Lesben of Color, migrantische Lesben, körperlich und geistig beeinträchtigte Lesben, Lesben aus der Arbeiter*innenklasse, akademische und nicht akademische Lesben, Lesben mit Fluchterfahrung, alte und /oder transgeschlechtliche Lesben von zusätzlicher Mehrfachdiskriminierung betroffen.

In der Verschiedenheit lesbischer Identitäten wird die komplexe Interdependenz von Diskriminierungserfahrungen deutlich.”
(Quelle: LSVD, Pressemitteilung vom 26. April 2018)

In Berlin wurde zum Anlass des Tages vermeldet, dass es künftig den zweijährig zu vergebenen “Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit” geben wird (mehr Informationen findet ihr hier). Die Nominierungsphase für den ersten Preis läuft vom 26. April bis zum 26. Mai 2018.

Stephanie Kuhnen, die letztes Jahr den Sammelband “Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit” herausbrachte, twitterte erfreut, dass sie Teil der Jury sein wird. Super Sache!

In Berlin fand heute übrigens ein organisiertes Kiss-In vor dem Brandenburger Tor statt!

Ebenfalls erwähnenswert ist die Veranstaltung zum Lesbian Visibility Day im Europäischen Parlament in Brüssel, bei der heute lesbische Aktivistinnen sprachen.

Ulrike Schmauch, Mitglied im Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) erklärte zudem in einer heutigen Pressemitteilung:

“Lesben sollten in jedem Lebensalter und in ihren unterschiedlichen Lebenslagen, in ihrer Vielfalt und ihrer Power, mit ihren Themen und Interessen, ihren Beiträgen zu Kultur und Geschichte und insbesondere zu Geschichte der Frauenemanzipation sichtbar sein. Allerdings werden die Bedürfnisse und Belange von lesbischen Frauen in Gesellschaft, Politik und Öffentlichkeit aber auch in der Community wenig bis gar nicht thematisiert. Lesben werden sowohl mit ihren Potentialen als auch mit ihren spezifischen Ausgrenzungserfahrungen ignoriert oder nur unzureichend wahrgenommen.

Die kommende Bundesregierung verspricht Maßnahmen zur Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, zur Bekämpfung von Sexismus sowie die Umsetzung der IstanbulKonvention und ein Aktionsprogramm zur Prävention und Unterstützung von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern.

Für den Lesben- und Schwulenverband (LSVD) muss die spezifische Situation von Lesben in all diesen gleichstellungspolitischen Maßnahmen Berücksichtigung finden. Zudem fordert der LSVD ein modernes Familien- und Abstammungsrecht, das Lesben und ihre Familien anerkennt und rechtlich absichert. Trotz Eheöffnung ist bis heute eine langwierige und diskriminierende Stiefkindadoption notwendig. Entschließen sich zwei miteinander verheiratete Frauen, gemeinsam eine Familie zu gründen, so sollen die Gebärende und ihre Ehefrau von Geburt an automatisch rechtliche Eltern des Kindes sein können, wenn keine anderslautende Elternschaftsvereinbarung vorliegt.

Das neue Projekt des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) „Miteinander stärken – Lesbengruppen vernetzen“ tritt für das politische Anliegen ein, die Sichtbarkeit von Lesben in Politik und Gesellschaft zu verbessern. Ein für November 2018 geplantes bundesweites Treffen von Lesben soll den Austausch und die Vernetzung untereinander fördern. Es sollen Forderungen und Handlungsstrategien erarbeitet werden, um Erfahrungen und Bedürfnisse von Lesben deutlich zu machen und ihre Interessen wirksam zu vertreten.”

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