Kurz vor Ende unseres Kurztripps zum CSD-Wochenende im Crowne Plaza Berlin City Centre folgten wir noch der Einladung in das Restaurant Wilson’s, The Prime Rib Restaurant, welches sich ebenso im Hotel befindet. Hier wurden wir explizit dazu eingeladen ihre Burgerkarte zu testen!

Crowne Plaza Berlin - Wilson's Restaurant Terrasse © Crown Plaza Berlin
Crowne Plaza Berlin – Wilson’s Restaurant Terrasse © Crowne Plaza Berlin

Der Apostroph zwischen N und S im Restaurantnamen ist ihnen hier aus meiner Sicht zu verzeihen, denn das Wilson’s bietet tatsächlich amerikanisches Barbecue an – da ist die angloamerikanische Schreibweise natürlich völlig angebracht.

Eines vorab. Genau wie im Hotel Crowne Plaza Berlin City Centre können wir von SzeneLesbe bestätigen, dass man im Restaurant Wilson’s als lesbisches Paar gayfriendly behandelt wird. Händchen halten, ein kurzer Kuss – alles kein Problem. Auch das Personal reagiert nicht seltsam und wir sind uns sicher, wären wir nicht eingeladen worden sondern hätten nach einer Rechnung verlangt, man hätte gefragt: Zusammen oder getrennt und wäre nicht direkt von zwei getrennten Rechnungen ausgegangen.

Einmal klassisch – einmal extravagant, bitte!

Ich entschied mich bewusst, nicht zu sehr in die klassische Richtung zu testen, sondern frecherweise ihr Angebot zu nutzen, einen Burger mit Lachs auf Ciabatta zu servieren. Meiner Begleitung Bibi fiel natürlich das Fleisch ins Auge, sodass ich mir keine Sorgen machte, vom klassischen Burger möglichst weit abzurücken. Neben Salat, Tomaten, Gurken und den üblichen Verdächtigen, gab es verschiedene semifluide Untermischungen (Mayo, Burgercreme, ..). Die 4 Käsesorten sowie die verschiedenen Fleischarten stachen mir allerdings ins Auge. Aber Lachs und Käse passten nicht wirklich zusammen.

Crowne Plaza Berlin City Centre - Terrasse Frühstück © Crown Plaza Berlin
Crowne Plaza Berlin City Centre – Terrasse Frühstück © Crowne Plaza Berlin

Damit begann wie Wartezeit. Es war Mittags. Heiß. Gerade 12:30 Uhr. In der Hitze sucht man dringend Wasser, nicht aber ein Restaurant auf. Dabei ging unser Wahlgetränk Cola Zero wie Wasser die Kehle runter. Mit etwas Abkühlung fiel uns die angenehme Atmosphäre draußen auf der Terrasse auf.

Auf den Tischen stand Rosmarin, neben ihnen Miniorangenbäume. Die dazu passende Musik ließ uns nach dem ereignisreichen Wochenende entspannen. Wir sind zwar beide Metallerinnen und die Musik war wirklich sehr weit vom Metal entfernt, aber sie erinnerte an die mediterran angelehnte Atmosphäre des Restaurants und war absolut unaufdringlich. Unser Eindruck: Entspannt euch! Taten wir dann auch.

Die Karte einmal genauer betrachtet

Nachdem wir die Atmosphäre genossen hatten, wurden wir gefragt, ob wir nicht generell einen Blick in die Karte werfen wollten. Wir bejahten. Denn wenn ich über etwas schreibe, will ich es auch genauer hinterfragen. So fiel auf, dass das Angebot zwar verschiedene Nischen abdeckte, also auch etwas für Veganerinnen zu finden war, aber der Fokus lag eindeutig auf Fleisch. (Burgerkarte)

Die Auswahl vernünftig kompilierten Gerichte war eher gehoben. Schade, dass wir nicht mehr ausprobieren konnten, aber wir haben im Gegensatz zu Kühen ja nur einen einzigen Magen und diesem reichte eben der Burger.

Ein kurzes Interview mit dem Chef bestätigte dann auch meine Gedanken zu den Auswahlkarten: Zwar wolle man durchaus auch etwas für Veganerinnen mit dabei haben, aber man habe einen klaren Fokus den man strickt verfolge. Dieser war eben Fleisch und das American Barbecue, weshalb z.B. kein Saitanburger für das Wilson’s in Frage kommt.

Qualität statt Vielfalt ist auf meinem Teller natürlich willkommen. Aber noch hatte ich nicht gegessen.

© Christine Ullmann
© Christine Ullmann

Ins Auge fielen dann noch die Gewürzmischungen auf den Tischen, welche meiner Meinung nach toll zu den angebotenen Speisen passten.

Die Pfeffermischung enthielt Kubebenpfeffer, Tasmanischen Bergpfeffer und Assam Langpfeffer, die Salzmischung unjodiertes Salz aus Peruanischer Quelle sowie Kakaobohnen. Aufgrund unseres Interesses bekamen wir dann auch ein kleines Andenken. Die Mischungen gibt es im Restaurant für die Prime Rip Club Mitglieder.

Unser Essen

Nach einiger Wartezeit sah das frisch zubereitete Essen im servierfertigen Zustand dann so aus:

© Christine Ullmann
© Christine Ullmann

Die Kartoffelquadrate wählte ich, weil ich sicherstellen wollte dass mein “Futter” vom Restaurant zubereitet und nicht angeliefert worden ist. Pommes o. ä. sind nämlich meistens Produkte, die angeliefert werden. Klaro zählt das auch für das Ciabatta unter meinem Lachsbürger, aber man tut, was man kann…

Mein Eindruck von den Hauptgerichten

Der Lachs war einfach nur Lachs aus Südamerika, natürlich aus der Beckenzucht. Tiefseelachs würde ich persönlich zwar bevorzugen, aber er war wie zu erwarten war: alles okay. Man scheint hier generell aus Südamerika zu importieren, was für ein Amerikanisches Restaurant nicht verkehrt scheint. Die Idee Ciabatta für einen Burger anzubieten, fand ich echt gut. Da ich selbst gerne Beckenzuchtlachs mit Mayo auf Baguette futtere, erinnerte es mich eher an Hause.

Die Burgercreme passte dann auch durchaus dazu, auch wenn sie nicht zu 100% meinen Geschmack traf. Gut war sie aber!

© Christine Ullmann
© Christine Ullmann

Meiner netten Begleitung fiel dabei das Fleisch ins Auge. Ich ließ mich also dazu verleiten, einmal zu probieren und bereute danach wirklich in einem auf Fleisch spezialisierten Restaurant Fisch bestellt zu haben. Nicht das der Fisch nicht gut gewesen wäre, aber das Fleisch war locker, saftig und zerging hervorragend auf der Zunge. Wow! Selbst im kalten Zustand war es noch hervorragend. Die Pfeffermischung, die speziell für das Barbecue zusammengestellt wurde, passte übrigens perfekt dazu, wenn man denn nachwürzen wollte, was allerdings gar nicht nötig war.

Eine Kleinigkeit gefiel mir jedoch nicht: Das gegrillte Burgerbrötchen von meiner Begleitung war minimal angebrannt. Es ist durchaus für gegrilltes Brot noch okay, aber bei schwarzen Stellen bin ich sehr pingelig! Bei meinem Burger war dies nicht der Fall, sodass es mir eigentlich hätte egal sein können. Meine Begleitung, die das Brot so aß, fand dies nicht speziell erwähnenswert.

Der Nachtisch

Nach dem Essen gab es zu einem (sehr guten!) Cappuccino ein leckeres Stückchen Tuetje, auch gerne Brownie genannt. Die Art dies zu servieren gefiel mir sehr.

© Christine Ullmann
© Christine Ullmann

Wir entschieden uns dann noch zu einem extra Nachtisch. Meine liebe Begleitung Bibi nahm die Creme Brûlée mit Kokosgeschmack, dazu gereichte man ihr auf Nachfrage Mangosorbet. Sie liebt Mangos! Ich selbst stehe total auf Schokolade, weshalb ich mich erkundigte, wie schokoladig der Espressokuchen mit Schokolade wäre. Die Antwort lautete: Wenn ich Schokolade mag, wäre ich damit sicherlich zufrieden.

© Christine Ullmann
© Christine Ullmann

Ich war zufrieden. Der Kuchen war sehr cremig und und saftig zugleich. Der Espressogeschmack war nur eine Untermalung des Kuchens. Für mich als Kaffeejunky nicht so stark herauszuschmecken, aber ich empfand es als passend, zumal ich sowieso Lust auf Schokolade hatte. Die dazu beigelegten Früchte passten perfekt zu dem sehr angenehm kühlen Kuchen. An relativ frische Johannisbeeren zu kommen ist zwar nicht besonders schwer, aber die Brombeeren fielen mir auf: Sie waren wohlschmeckend, knackig und saftig. Richtig frisch gepflückt waren sie natürlich nicht, aber weit von dem entfernt, was man im Supermarkt erwerben kann, und das ist auch gut so!

Brombeeren und Himbeeren zählen mit zu den Beeren, die nur eine kurze Lagerungszeit zulassen bevor sie Geschmack und Konsistenz verlieren. Zudem sind sie extrem Druckempfindlich und man muss sie vorsichtig und kühl lagern – wie jeder normale Supermarkt eindrucksvoll unter Beweis stellt. *Pfui!

Bibis Nachspeise war ebenso gut. Die Zuckerkruste war, wie sie gehört. Die Creme war locker und leicht. Ich wünschte jedoch, sie hätte sie genommen, wie sie auf der Karte stand, denn das von ihr erwünschte Mangosorbet war neben der Creme etwas zu geschmacksintensiv. Ohne Frage war aber beides sehr lecker!


Zum Schluss überlegten wir noch, der Küche einen kurzen Besuch abzustatten. Leider wurde uns dies mit der Begründung verwehrt, dass das Bedienpersonal dort auch keinen Zugang hätte. Das ist zwar soweit okay, aber ein bisschen schade, denn sowohl meine Begleitung wie auch ich haben in unserem Leben schon Großküchenerfahrung gesammelt. Aber wir waren ja vor allem zum Essen da. Apropos….

Es waren zwar nur Burger, aber es war, wie ich es gewohnt bin. Das heißt: tendenziell gehobene Küche, hervorragende Auswahl und besonders für Menschen zu empfehlen, die Fleisch mal richtig zubereitet genießen wollen! Die verschiedenen Salate oder die Burger ließen mich aber auch aufhorchen, denn die Zusammenstellungen sind wirklich wohlüberlegt und von Qualität und Kompilation her definitiv über dem normalen Restaurantstandard.

Ich denke, wenn ich wieder in Berlin bin, könnte es ein Wiedersehen geben.

Hier findet ihr übrigens das Exposé zur Futtermittelkompilation, oder auf Deutsch die Speisekarte, um euch von der meiner Meinung nach überzeugenden Zusammenstellung begeistern zu lassen.

Homepage vom Restaurant Wilson’s: http://restaurant-wilsons.de

Vielen Dank liebes Restaurantteam vom Wilson’s für eure Einladung zum Testen eurer Burgerkarte, wir haben den Mittag bei euch wirklich genossen!

Titelbild: Crowne Plaza Berlin – Wilson’s Team © Crown Plaza Berlin
Restauranttest: Christine Ullman & Bianca Westphal

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Christine Ullmann
Ich denke, also bin ich. Ich lese, also schreibe ich. 2 Dinge die ich mag und die miteinander verbunden sind. Dabei bin ich mir nicht zu schade Ergüsse einiger Queertheoretiker/innen kritisch zu verfolgen sowie gute Dinge zu rezensieren. Als Vollblutmetalerin mag ich bunt gar nicht, aber schreibe doch über vieles unter dem Regenbogen.

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