Regenbogenfamilien. Das sind ganz normale Familien, bei denen die Elternteile gleichgeschlechtlich sind.

Der Name „Regenbogenfamilie“ leitet sich von der Regenbogenflagge ab, die bereits seit vielen Jahren für das Symbol der LGBT-Community steht und bereits 2009 im Duden aufgenommen wurde.

Wie kommt es zu Kindern in homosexuellen Beziehungen?

Viele Kinder in Regenbogenfamilien wurden aktuell in vorangegangenen heterosexuellen Ehen oder Partnerschaften eines Elternteils gezeugt. Mittlerweile beschließen aber auch immer mehr homosexuelle Paare, gemeinsam ein Kind zu „zeugen“ und aufzuziehen. Für dieses Vorhaben einer normalen und alltäglichen Familiengründung bieten sich verschiedene Zeugungsmethoden wie zum Beispiel die künstliche Befruchtung, die Bechermethode oder die Adoption an (genaueres im Folgeartikel!). Sollte man sich selbst jedoch dazu entscheiden, kein eigenes Kind zeugen zu wollen und auch keine Adoption in Erwägung ziehen, besteht noch die Möglichkeit, seine Familie als Vollzeitpflegestelle anzubieten und so als qualifizierte Erziehungspersonen für ein oder mehrere Kinder zu sorgen. Aktuell ist generell zu beobachten, dass wesentlich mehr Kinder bei ihren homosexuellen Müttern als bei ihren homosexuellen Vätern aufwachsen.

„Etwa 7.000 Kinder wachsen 2007/8 in Deutschland in Regenbogenfamilien auf, davon etwa 2.200 Kinder in eingetragenen Lebenspartnerschaften (ELP).

Es gibt jedoch mehr Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern. Diese Kinder leben entweder nicht mit ihrem homosexuellen Elternteil zusammen oder die Väter und Mütter leben ihre homosexuellen Orientierung noch nicht offen. Etwa gleich viele Kinder wurden in eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft hineingeboren (48%) oder stammten aus früheren heterosexuellen Beziehungen (44%) ihrer heute lesbisch oder schwul lebenden Eltern. Nur sehr wenige Kinder kamen als Adoptivkinder (1,9%) oder Pflegekinder (6%) in die Regenbogenfamilien.

Ein Viertel aller leiblichen Kinder wurden von dem/der Partner/in als Stiefkind adoptiert. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Kinder, die als gemeinsames Wunschkind ihrer Mütter in die aktuellen Partnerschaft hineingeboren wurden (94%).“ (BMJ-Studie 2009, Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften)

Kinder in Regenbogenfamilien sind glückliche Kinder!

1. Vorurteil: Kinder mit homosexuellen Eltern werden psychisch krank

In den 1990er Jahren hat sich die Familienforschung in Deutschland besonders Kindern in Regenbogenfamilien zugewandt und kommt bis heute zu den Ergebnissen, dass diese Kinder aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern keine Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen aufweisen und in ihrer sozialen Kompetenz Kindern aus heterosexuellen Beziehungen in nichts nachstehen!

Des Weiteren besteht für Kinder in Regenbogenfamilien kein erhöhtes Risiko, an Depressionen oder Ähnlichem zu erkranken. Man fand sogar heraus, dass sich besagte Kinder durchschnittlich partiell besser entwickeln, autonomer handeln und nachweislich ein höheres Selbstwertgefühl als Kinder in heterosexuellen Familien haben.

Im schulischen Kontext stellt man fest, dass Kinder aus Regenbogenfamilien überdurchschnittlich hohe Abschlüsse erzielen.

2. Vorurteil: Kinder mit homosexuellen Eltern werden diskriminiert

Mehrheitlich erleben Kinder keine Diskriminierung bezüglich ihrer familiären Situation und wenn sie es doch tun, dann können sie stets konstruktiv damit umgehen und erfahren von ihren Eltern Rückhalt und Stärke.

3. Vorurteil: Homosexuelle Eltern können ihre Kinder nicht so gut erziehen wie Heterosexuelle

Studien beweisen, dass homosexuelle Eltern heterosexuellen Eltern in ihrer Erziehungskompetenz keinesfalls nachstehen. Die feststellbaren Erziehungsunterschiede tragen vielmehr zum Kindeswohl bei. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass in Regenbogenfamilien die Erwerbstätigkeit sowie die häuslichen Pflichten wesentlich gleichberechtigter und demokratischer verteilt sind als es in heterosexuellen Familien der Fall ist. Insbesondere erfolgt die Aufteilung der häuslichen Arbeit nach Interessen, Können bzw. vorhandener Zeitkapazität, statt nach klassischen Rollenmodellen.

Auch das Familienklima wird durchweg positiv beurteilt. Familienmitglieder gehen fürsorglich aufeinander ein und offene Gespräche sind in Regenbogenfamilien allgegenwärtig.

Zudem engagieren sich in Regenbogenfamilien beide Elternteile gleichermaßen in Bezug auf die Versorgung und Beaufsichtigung der Kinder (z.B. Hausaufgaben, Sport, Arztbesuche, Fahrdienste etc.). Interessant dabei ist, dass sich auch in Regenbogenfamilien oftmals ein Elternteil findet, das mit dem Kind spezielle Freizeitaktivitäten oder künstlerische Betätigungen ausübt.

Es sei gesagt, dass besonders die Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen geboren werden, absolute Wunschkinder sind. Die jeweiligen Eltern entscheiden sich absolut bewusst für ein Kind und somit für eine gemeinsame Familie. Sie wollen zuvor abgesichert sein, dem Kind eine gute Zukunft bieten und setzen somit alles daran, fürsorgliche und liebevolle Eltern zu sein!

4. Vorurteil: Kinder mit homosexuellen Eltern werden auch homosexuell

Generell entwickelt sich die sexuelle Präferenz von Kindern mit homosexuellen Eltern genauso, wie die von Kindern mit heterosexuellen Elternteilen. Nichtsdestotrotz scheint es, als würden die Kinder homosexueller Eltern dies wesentlich reflektierter erleben.

Herausgefunden wurde außerdem, dass es nicht die sexuelle Orientierung eines Elternteils ist, die sich auf das Verhalten des Kindes auswirkt, sondern vielmehr das Geschlecht, welches Einwirkungen auf das Rollenverhalten des Kindes hat. So stellte man fest, dass Kinder von lesbischen Müttern seltener geschlechtstypisches Rollenverhalten an den Tag legen als Kinder heterosexueller Eltern.

5. Vorurteil: Homosexuelle sind Pädophile

Homosexualität sollte man mit Heterosexualität vergleichen, nicht aber mit Pädophilie! Diese Annahme ist vollkommen falsch und absoluter Schwachsinn!!!

Davon abgesehen besteht besteht für Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern kein erhöhtes Risiko, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden, es liegt statistisch sogar um einiges niedriger als das Risiko von Kindern mit heterosexuellen Eltern.

„Täter in sog. Kindesmissbrauchsdelikten sind ganz überwiegend (zirka 95 Prozent nach Erkenntnissen des Sicherheitsberichts der Bundesregierung) Männer aus dem heterosexuellem nahen Lebensumfeld der Kinder. Das Missbrauchsrisiko für Mädchen ist dreimal höher als für Jungen. Damit liegt das Missbrauchsrisiko für Kinder, die bei einem lesbischen Paar aufwachsen und für Mädchen, die bei einem schwulen Elternpaar aufwachsen, schon statistisch sehr viel niedriger als bei Kindern in heterosexuellen Partnerschaften.“ (Quelle, Wikipedia)

6. Vorurteil: Kindern mit lesbischen Müttern fehlt die Vaterfigur – Kindern mit schwulen Vätern fehlt die Mutterfigur

Dem ist entgegenzusetzen, dass die Studie des Bundesjustizministeriums bereits 2009 herausstellte, dass gleischgeschlechtliche Paare besonders Wert darauf legen, dass das gemeinsame Kind ausreichend Umgang mit dem anderen Geschlecht im nahen Lebensumfeld hat. Es soll den Kindern nicht an einem weiblichen bzw. männlichen Rollenvorbild fehlen.

Übrigens: Kinder in Regenbogenfamilien haben häufiger Kontakt zu ihrem leiblichen Elternteil aus einer heterosexuellen Beziehung oder einem bekannten Samenspender als Kinder in heterosexuellen getrennten Familien. Dies gilt zudem auch für die jeweiligen Eltern. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder nur sehr selten Loyalitätskonflikte bzw. Gefühle der Zerissenheit bezüglich der Eltern empfinden.

7. Vorurteil: Kinder leiden darunter, in Regenbogenfamilien zu leben

Generell bewerten Kinder in Regenbogenfamilien die Familiensituation durchweg positiv und fühlen sich nicht beeinträchtigt, wobei sie bei Bewertungen weder versuchen die familiäre Situation besonders positiv oder negativ darzustellen. Für sie ist es normal, sie sind glücklich und zufrieden!

Nehmen die Kinder einen Einfluss der Homosexualität ihrer Eltern auf ihre Entwicklung wahr, dann bewerten sie dies positiv. Für sie ergibt sich dadurch mehr Offenheit, Toleranz sowie Autonomie. Eine gewisse Angst vor Ablehnung Anderer ist zwar existent, allerdings erleben sie diese äußerst selten in ihrer Umgebung und werden von ihren Umfeld stets gestützt und bestärkt.

Mehr familiärer Zusammenhalt in Regenbogenfamilienen

In einer Studie der University of Melbourne im Jahr 2014, in der das körperliche, geistige und soziale Wohlergehen sowie die soziale Stigmatisierung der Familien von Außenstehenden untersucht wurde, stellte sich heraus, dass die allgemeine Gesundheit von Kindern in Regenbogenfamilien sogar um 6 % besser ist als die von Kindern mit heterosexuellen Eltern. Des Weiteren liegt auch der familiäre Zusammenhalt in Regenbogenfamilien 6 % höher als in heterosexuellen Familien. In allen anderen Bereichen konnten keine Unterschiede zwischen Kindern aus Regenbogen- und aus heterosexuellen Familien festgestellt werden.

Quellen: Studie des Bundesjustizministeriums und Wikipedia

Titelbild: © Purple Sherbet Photography (CC by 2.0) 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT