Am Montag war es soweit – das norwegische Parlament entschied (79 zu 13 Stimmen), dass von nun an jeder sein in offiziellen Dokumenten eingetragenes Geschlecht frei wählen bzw. ändern dürfe.

Diese neue Gesetzesbestimmung, die es so bisher nur in drei weiteren Ländern Europas (Irland, Dänemark und Malta) gibt, ermöglicht Personen ab 16 Jahren, ihr offizielles Geschlecht selbst zu bestimmen. Sollten Kinder und Jugendliche zwischen 6 bis 16 Jahren diesen Wunsch äußern, ist dies mit Zustimmung der Eltern oder durch einen Beschluss der regionalen Verwaltung zum Wohle des Kindes möglich.

Transgender_Pride_flagNun wird also auch in Norwegen auf psychologische Behandlungen, Hormontherapien sowie Operationen im Vorfeld einer Geschlechtsänderung verzichtet.

Trotzdem fordern LGBT-Aktivisten mehr: Sie wünschen sich weitere Eintragungsmöglichkeiten für Menschen, sie sich den binären Geschlechtern nicht zugehörig fühlen sowie das Abschaffen einer Altersbeschränkung. (Dazu passt der Artikel: Schweden: Geschlechtsneutrales Personalpronomen „hen“)


In Deutschland gilt das alte Transsexuellengesetz von 1980 teilweise als überholt. Demzufolge ist eine Zwangssterilisation sowie die Auflösung einer bestehenden Ehe oder Lebensgemeinschaft gesetzlich aufgehoben. Allerdings erfordert die offizielle Änderung des Geschlechts noch immer ein Gerichtsverfahren inklusive psychologisches Gutachten.

 

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