München: „Tegan and Sara“ rockten die Bühne!!!

Konzertbericht von Simone Bauer

© Simone Bauer

SzeneLesbe-Autorin Simone Bauer war für euch beim „Tegan and Sara“-Konzert in München…

Auch, wenn es am Abend des 6. Februars 2017 wieder zusehends kälter wurde, bildete sich eine imposante Schlange vor der Münchner Muffathalle. Die Begeisterung lag greifbar in der Luft und wurde auch mit ins Gebäude getragen, wo die kleine Traube vor der Bühne stetig wuchs.

Ria Mae, by Bull-Doser - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45117466
Ria Mae, by Bull-Doser – Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45117466

Als Einheizerin Ria Mae eingesetzt, hallte bald „Ooh Love“ durch die Reihen. Mit ihrer raspeligen Soulstimme handeln ihre Texte davon, weder bei den hetero- noch den gay friends reinzupassen, noch tiefer unter die Haut.

Die Sängerin aus Halifax gab bekannt, dass der wohl heißeste Song, der jemals an der Ostküste Kanadas entstanden ist, an diesem Abend gespielt werden würde: die 2015er Single „Clothes Off“. Ihrem Vorsatz folgend, positiver zu agieren und zu komponieren, haute sie auch „Thoughts On Fire“ raus, was beim Publikum sehr gut ankam. Auf einen Twitterwunsch hin wurde gar „Leaving Today“ gespielt.

© Simone Bauer
© Simone Bauer

Und jetzt: „Tegan and Sara“

Nachdem ohne große Gesten die Bühne verlassen wurde, wartete das Publikum eine gefühlte Ewigkeit (es war ja spannend) auf den Hauptact Tegan and Sara. Nach einer besonders spaßigen Version von „I’m so excited“, die Fans ins Dunkle getaucht, betraten die in weiß gekleideten Musiker und das Zwillingspärchen in herausstechenden Lederjacken, die sie die nächste Zeit über nicht ablegen würden, die Bühne. Die Quinns wurden nicht nur zu Beginn mit lautem Gekreische begrüßt, sondern eigentlich zu jedem Songwechsel abgefeiert.

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Tegan verkündete schnell, dass viele alte Songs auf dem Programm stünden wie „Nineteen“ und „Walking with a Ghost“, aber natürlich auch die neuen von ihrem aktuellen Album „Love You To Death“ wie die Leadsingle „Boyfriend“ und den Hit „Closer“. Zudem hätte man an den Tanzmoves gearbeitet – insbesondere einem gemeinsamen Sprung zu Songbeginn und einem gemeinsamen Schunkler gegen Ende des Gigs.

Der Kontakt zu den Fans war sofort da, vor allem, als einer 25-jährigen zum Geburtstag gratuliert wurde (Tegan: „Ich erinnere mich daran, als wäre es vor elf Jahren gewesen!“) oder einem jungen sich in Trennung befindenden Herren gute Ratschläge gegeben wurden (laut Sara sollte er mit einer Boombox noch diese Nacht vor dem Haus der Verflossenen auftauchen und um sie flehen, „Braveheart“-Style), da die lesbisch Getrennten des Abends alle nicht zur Herzschmerzthematik passen wollten.

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Der „Rave“ wurde schließlich kurzzeitig unterbrochen und Tegan eine Gitarre gereicht, sodass unter anderem „Where Does the Good Go“ gespielt werden konnte. „Wir haben einen Gitarristen angeheuert, sobald wir es uns leisten konnten“, gab Tegan zu, da sie und Sara beide eine Klavierausbildung erhielten, aber danach keine Lust mehr hatten, zusätzlich Gitarre intensiv mit Lehrer zu studieren. Und auch, wenn sich die fehlende Bridge bemerkbar machte – die beiden sind so talentiert, dass ihr Jammern auf höchstem Niveau ist.

Nach diesem kurzweiligen Konzert voller Hits entließ das Pop-Duo eine zufriedene, internationale, queere Crowd völlig durchgetanzt in die Nacht.

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