Mein lesbisches Leben und ich: Was schenke ich meiner Freundin zu Weihnachten?

Mein lesbisches Leben und ich | Teil III - von Lina Kaiser

Weihnachten naht und damit wieder die wohl stressigste Frage des Jahres: Was schenke ich meiner Freundin?!

Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Liebe – doch, dass wir uns gegenseitig mit Geschenken überhäufen hat nicht viel mit dem Sinn von Weihnachten zu tun. Das hat man uns schon versucht beizubringen, als wir noch Kinder waren. Hat schon damals überhaupt nicht funktioniert. Wie auch – beballern uns Fernsehen, Radio und Plakate mit mehr oder minder schönen und am besten immer ausgefalleneren Geschenkideen. Jedes Jahr stehe ich so vor demselben Dilemma: Ich will meinen Lieben und vor allem meiner Liebsten etwas besonders Schönes schenken. Nur was?

Alles, was meine Freundin sich so im Alltag wünscht, kauft sie sich selbst. Alles, was mir an persönlichen Aufmerksamkeiten einfällt – das obligatorische Fotobuch oder der selbstgebastelter Kalender – hat sie schon bekommen! Dabei muss doch Weihnachten, das Fest der Liebe, ein Feuerwerk an Romantik und Liebe abgebrannt werden! Wenn ich meine Liebsten an Weihnachten nicht vermag, ein tolles Geschenk zu machen – wann dann?!

„Tanz ins Kerzenlicht“ von Lina Kaiser – Butze Verlag

Vor einem ganz ähnlichen Problem steht Katinka im Adventsbüchlein „Tanz ins Kerzenlicht“. Sie legt all ihre Hoffnungen auf ein Wiederaufleben ihrer Beziehung zu ihrer großen Liebe Emilia in ein Weihnachtsgeschenk – und gibt massig Geld dafür aus. Es kommt, wie es kommen muss – sie… Nein, was genau passiert, solltet ihr im Adventsbüchlein nachlesen. 😉

Katinkas Dilemma zeigt, wie überhöht unsere Ansprüche an Weihnachten sein können. Wie viel Druck hinter einer eigentlich gut gemeinten Tradition stecken kann. Dabei kann Schenken so einfach sein. Ich glaube, es kommt nur auf zwei Tipps an, die ein jeder erfüllen kann:

  1. Investiere Liebe in dein Geschenk!

Gerade da es sich um das Fest der Liebe handelt, macht es Sinn, Liebe in sein Geschenk zu investieren. Liebe wohlgemerkt – nicht (unbedingt) Geld! Da ist so ein selbstgemachter Kalender schon gar nicht mal so verkehrt.

Auch die Mischung aus Persönlichem und Nützlichem macht ein Geschenk schon nahezu per se super. Ich hatte zum Beispiel im vergangenen Jahr den Verschluss meiner Wärmflasche verloren – und ich hätte zu jenem Zeitpunkt etwas Magenwärme sehr gut gebrauchen können. Mir wäre womöglich nicht eingefallen, mir eine neue Wärmflasche zu wünschen. Meine Freundin allerdings schenkte mir ein Körnerkissen mit einem selbst bestickten Bezug. Ein äußerst nützliches und liebevolles Geschenk in Einem!

Ich liebe mein Körnerkissen! © Lina Kaiser

Das Kostbarste jedoch, das man verschenken kann, ist Zeit. Deshalb sind Veranstaltungen und Aktivitäten, die man gemeinsam erleben kann, immer ein wunderbares Geschenk. Doch hier kommen wir auch schon zum zweiten wichtigen Punkt:

  1. Das Geschenk sollte ihr gefallen!

Es ist natürlich gut gemeint, wenn ich meiner Freundin teure Tickets für mein Lieblingsmusical schenke – doch wenn sie Musicals nicht leiden kann, ist es trotzdem ein blödes Geschenk! Im Mittelpunkt des Schenkens steht die Beschenkte und ihre Interessen.

Eine individuell anpassbare und immer schöne Idee für gemeinsame Zeit, die ihr gefallen wird: Bastel ihr eine Date-Box! Überleg dir für jeden Monat ein anderes „Date“: einen Ausflug, ein gemeinsames Essen, Kino… etc. – was auch immer ihr gefällt.

Investierst du Liebe in ein Geschenk, das auch noch nützlich ist oder euch gemeinsame Zeit schenkt und es deiner Liebsten thematisch gefällt, kann das Geschenk nur gut sein.

In „Tanz ins Kerzenlicht“ lernt Katinka eine kleine Lektion über den Umgang mit Geschenken und Beschenkten – und über die Bedeutung, die Beschenkte ihren Geschenken beimessen. Ein schönes Geschenk ist wunderbar – und doch zählt am Ende eines Weihnachtsabends etwas anderes. Letztlich ist es doch einfach… das Fest der Liebe. <3

Ich wünsche euch allen eine frohe und liebevolle Weihnachtszeit!

TEILEN
Vorheriger ArtikelYouTube: Wie andere Lesben erkennen? Wo lerne ich sie kennen?
Nächster ArtikelShowrunnerin & Produzentinnen der „The L Word“-Fortsetzung stehen fest!
Lina Kaiser
Lina Kaiser wurde 1990 im Ruhrpott geboren. Schon im Kindergartenalter bastelte sie kleine Bücher über die Geschichten, die sie faszinierten – von Helden und Liebe und garantierten Happy-Endings. Als Kind des Ruhrgebiets, diesem Ballungsraum geliebter Traditionsvereine, entwickelte sie bald eine Vorliebe für Fußball – leider erwies sie sich im Spiel als talentfrei. Eine weitere große Leidenschaft entbrannte für das Theater und Musical; doch auch hier folgte die Erkenntnis, dass sie für die Bühne nicht geschaffen war. Stets suchte sie also nach anderen Mitteln und Wegen ihre von Disneyfilmen verblendeten Träume auszuleben. Sie zeichnete Comics und füllte unzählige Tagebücher voll Pathos und Weltschmerz über ihre Teenager-Jahre an einer Mädchenschule. Eines Tages fiel ihr ein, dass sie auch über anderes schreiben könnte. Heute studiert sie. Doch hauptsächlich macht sie immer noch das, was sie immer tat: ihren Platz in der Welt suchen und den Weg dorthin in Worten festhalten. Veröffentlichte Bücher: Im Abseits der Lichter, Tanz ins Flutlicht

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT