Lesben können künstliche Befruchtung jetzt von der Steuer absetzen!

Gute Nachricht für lesbische Frauen mit Kinderwunsch: Jetzt kann die künstliche Befruchtung von der Steuer abgesetzt werden!

Jetzt können auch lesbische Frauen die künstliche Befruchtung durch die sogenannte In-vitro-Fertilisation steuerlich absetzen!

“Aufwendungen einer empfängnisunfähigen Frau für eine heterologe künstliche Befruchtung führen nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 5. Oktober 2017 VI R 47/15 auch dann zu einer außergewöhnlichen Belastung, wenn die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt.”, verkündet heute (3. Januar 2018) der Bundesfinanzhof.

Geklagt hatte im Streitjahr 2011 eine in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebende Frau, die sich in einer dänischen Klinik küstlich mit dem Samen eines anonymen Spenders befruchten ließ (-> heterologe künstliche Befruchtung) und die Kosten der Behandlung von etwa 8.500 Euro im Anschluss in ihrer Einkommenssteuererklärung als außergewöhnliche Belastung i.S. des § 33 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes geltend machen wollte.

Nachdem das Finanzamt und das Finanzgericht dem nicht stattgaben, sieht der BFH den Sachverhalt anders, hob das Urteil des FG auf und gab der Klage in vollem Umfang statt.

So heißt es nun von Seiten des BFH: “Aufwendungen einer empfängnisunfähigen (unfruchtbaren) Frau für eine heterologe künstliche Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation führen als Krankheitskosten zu einer außergewöhnlichen Belastung. Dem steht nach dem Urteil des BFH nicht entgegen, dass die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt.”

Weiter begründet der BFH seine Entscheidung damit, dass die den Aufwendungen zugrunde liegende Behandlung mit der innerstaatlichen Rechtsordnung im Einklang stehen muss. Maßnahmen zur Sterilitätsbehandlung führen daher nur zu einer außergewöhnlichen Belastung, wenn sie in Übereinstimmung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen werden.

Zudem geht der BFH von einer Zwangslage zur Umgehung einer vorhandenen Sterilität aus. Diese könne auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren nicht verneint werden. Der BFH sieht die Kosten dabei in vollem Umfang als abziehbar an. Eine Aufteilung komme nicht in Betracht, da die Aufwendungen insgesamt dazu dienten, die Fertilitätsstörung auszugleichen.

Hier könnt ihr das Urteil des BFH im Detail nachlesen!

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