Wenn eine gerne etwas über Wissenschaft liest, dann ist es ihr vielleicht schon einmal aufgefallen… Viel mehr fällt es auf, wenn man auf entsprechenden Servern selbst nach Studien sucht: Frauen werden sehr häufig von der Forschung unter „ferner liefen“ betrachtet! Bei Themen wie Sexualität & Konsorten wird dann, wenn man uns beachtet, viel mehr unsere Wirkung auf das andere Geschlecht untersucht.

Schaut man sich dann an, was genau untersucht wird, ist der ein oder anderen von uns vielleicht zum Schmunzeln zumute. Denn die meisten Studien gehen von heteronormativer Realität aus und vielen von uns ist instinktiv klar: Ähm, nee! – irgendwie ist es bei uns dann doch etwas anders!

Das trifft vor allem die Fraktion, die viele Geschlechterunterschiede biologisch erklären will. Also nein, liebe Leute, es ist nicht alles Biologie! Fangen wir mit einer vermeintlichen Kleinigkeit an: Unserer Stimme!

Forscher haben jüngst herausgefunden, dass die weibliche Stimme tiefer wird. Männer sprechen dabei derzeit unverändert mit einer Frequenz von 110 Hertz, während wir Frauen nun mit 168 Hertz reden. In früherer Zeit rangierte die weibliche Stimme hingegen bei 220 Hertz.

Dabei fällt auf, viele Heteras reden vor allem mit der Kopfstimme statt der Bruststimme. Besonders deutlich wird dies, wenn frau mit einem kleinen Kind redet. Wer hebt da nicht die Stimme an?

Aber auch den Umgang der Hetera mit Männern kennen wir doch alle. Befindet frau sich in einem Rudel Heteras, wird nett geklönt, gequakt, gescherzt. Betritt ein Mann dann plötzlich den Raum, reagiert die interessierte Hetera schnell, indem sie die Stimme anhebt. Manchmal kann frau dabei auf die Idee kommen, sie befände sich gerade in einem Vogelkäfig.

So ist auch der Schluss des für die Wissenschaft sehr überraschenden Ergebnisses wohl ein Richtiger: „Die heutige Frau steht voll im Leben. Sie muss nicht mehr beschützt werden. Deshalb klingt sie auch anders.“ erklärt Professor Michael Fuchs gegenüber der Berliner Zeitung.

Ein gesellschaftlicher Wandel scheint sich langsam aber stetig zu vollziehen.

War das Ergebnis, dass unsere Stimme eigentlich gar nicht so hoch ist, nun wirklich überraschend? Wenn ja, dann findet die Wissenschaft bestimmt auch bald heraus, dass der typische Arsch-Wackel-Gang der Heteras nicht angeboren ist.

Allerdings wissen viele StimmforscherInnen schon lange: Eine tiefe Stimme suggeriert Stärke. So wird Frauen durchaus bei der Berufsberatung einmal geraten, etwas tiefer zu sprechen, wenn sie denn in die Führungsetage aufsteigen wollen.

Besonders deutlich wird dies bei der Ausbildung der Stimme für Sängerinnen, Moderatorinnen in Radio und TV oder Ansagerinnen. Die absolut unnatürlich hohe Stimme vieler Heteras müssen ihnen erst einmal abtrainiert werden, damit die Technik zum Schluss auch ein vernünftiges Klangbild empfangen kann. Also, so neu ist das Ergebnis eigentlich nicht – neu ist nur: Der gesellschaftliche Wandel kommt – Stück für Stück.

Ist frau aber lesbisch, stellt sie fest, viele von uns scheinen so etwas eigentlich gar nicht zu kennen. Finden Heteras, die zufällig einmal mit einer von uns ins Bett steigen heraus, dass frau sich beim Sex nun eher weniger verstellt, dass alles auch lockerer funktioniert, weil wir die gleichen Problemzonen haben und weniger darum besorgt sind, immer ein möglichst gutes Bild abzugeben, dann wird klar, viele Probleme dieser Gesellschaft sind tatsächlich tendenziell heterosexueller Natur. Das Problem mit der Stimme scheint so eines zu sein. Das Hintern-Wackeln bei Heteras offensichtlich auch.

Zudem scheinen Heteras auf tiefe Männerstimmen zu stehen, wie offenschtlich ebenso erforscht worden ist.  Aber was davon nun gesellschaftlich erzeugt ist und was ist, wurde offensichtlich nicht abgeklärt. Wird uns Frauen vom Patriarchat doch eher die emotionale unselbstständige Rolle zugewiesen, ist klar, dass frau dann einen Beschützer haben möchte. Mit Blick auf mein eigenes Umfeld kommt aber schnell die Vermutung auf, dies auf uns absolut nicht zuzutreffen. Auch haben wir offenbar eher keine Präferenz bei der Stimme unserer Partnerinnen. Wobei – doch – eine Konstante scheint da zu sein: Die unnatürlich hohen Stimmen scheinen bei uns tendenziell unbeliebt zu sein.

Umgekehrt macht es den Anschein als würden Männer traditionell gerade jene bevorzugen. Klar, sie suggerieren auch Konformität mit den gegenwärtigen Herrschaftsverhältnissen aka Unterwürfgkeit. Beobachte ich, wie Heteras ihrem Objekt des Interesses gegenüber die Stimme nach wie vor anheben, dann glaube ich hier noch nicht an einen gesellschaftlichen Wandel. Aber die neueste Studie dazu scheint es doch zu implizieren.

Wie ist es bei euch? Welche Frauenstimmen mögt ihr? Ich persönlich bevorzuge die eher Tieferen.

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