Eine Studie um den „genialen“ Menelaos Apostolou aus Zypern fand heraus, das Lesbianismus evolutionär bedingt ist, damit Frauen attraktiver für Männer werden.

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Die Zyprioten um die Universität von Nikosia untersuchten 1.509 heterosexuelle Partizipanten. Nicht, dass man zu dem Thema einmal eine Lesbe hätte befragen können. Der Grund dafür dürfte wohl sein zu hinterfragen, wie viele Männer auf Lesben stehen. Laut Studie wären es überraschend wenige: 34,3 % der befragten Probanden gaben an, gleichgeschlechtlich-weibliche Kopulationen interessant zu finden, solange die Frauen hauptsächlich auf Männer stehen würden.

Apostolous genialer Schluss: Damit wir Frauen bei Männern besser ankommen, haben wir das Lesbischsein erfunden. Denn  – Männer stehen darauf!


Man könnte es auch anders lesen:

Dyke: „Ich bin eine Frau, die auf Frauen steht. Männer interessieren mich nicht.“

Männer: „Wie kriegen wir das hin, dass es sich hierbei mal wieder um uns dreht?!

Die Lösung scheint gefunden! *Ironie*


Daniela Fleischman, Psychologin von der Universität Portsmouth, sah dies indes anders. Sie führt an, dass Apostonlou et al. einige mögliche Hypothesen ignorieren würden. So könnte man fragen, ob ein Fußfetisch von einigen Frauen die Sexualität der Männer beeinflussen würde. Vermutlich eher weniger.

Allerdings untersucht die Studie ebenfalls nicht den Effekt, den Pornographie auf Männer haben könnte. Immerhin kommen in Pornos durchaus viele pseudolesbische Aktivitäten vor, bei denen dann oft doch irgendwie ein Mann im Mittelpunkt zu stehen scheint. Was war also zuerst da? Der Lesbenfetisch der Männer oder die Pornographie, die diesen genau so bedient?

Fleischman führte dazu weiter aus: „Es gibt einen großen kulturellen Einfluss der Pornographie auf Männer. Sie assoziieren eher durch klassische Konditionierung und Stimmulierung sowie Erregung.“ Im Prinzip fand sie dann auch für uns eine Lösung, wie wir das Interesse wieder von uns ablenken könnten. „Es braucht sicher nur ein paar Versuche, Männer für ein Sparschwein oder ein Boot zu begeistern.“

Indes verteidigte Apostolou seine Studie bei Pinknews. „Ich glaube, wir müssen weitere Faktoren hinzufügen, wenn die gleichgeschlechtliche Attraktion bei Frauen genauer verstanden ist.

Noch einmal: Eine Lesbe ist eine Frau, die auf Frauen steht und per Definition keinen Mann braucht! Das sitzt wohl ziemlich tief!

Dennoch glaubt Apostolou weiter, die Veröffentlichung seiner Theorie würde nun die Möglichkeit eröffnen, eine fruchtvolle akademische Auseinandersetzung über Lesben zu führen. Er gibt an, seine Theorie könne durchaus etwas verändert, ausgebaut oder verifiziert werden.

Es bleibt zu hoffen, Apostolou kommt irgendwann einmal auf die Idee, uns Lesben in seiner Studie ebenfalls einmal miteinzubeziehen. Bislang befragte er indes nur heterosexuelle Probanden. Ein bisschen Mitspracherecht wäre schon schön, wenn es um uns geht!

Im Übrigen ist dies nichts Neues. Vor knapp 100 Jahren fanden Wissenschaftler nämlich heraus, dass die weibliche Homosexualität nur deshalb existiere, weil wunderschöne feminine Frauen – Mädis – dem Charme der virilen (maskulinen) Frauen erlegen seien und sie deshalb in romantischer Weise attraktiv fänden. Ihr Charme muss es wirklich in sich gehabt haben, denn er hält schon ca. 100 Jahre an!

An dieser Stelle möchte ich eine Idee für eine weitere Studie vorschlagen: Untersucht doch einmal das Sexualverhalten von Männern, die Lesbenstudien durchführen. Sind sie frustriert? Haben sie häufig Partnerinnen? Gibt es unter ihnen Schrankschwule? Welche Art von Pornographie bevorzugen sie? Fragen über Fragen!

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Christine Ullmann
Ich denke, also bin ich. Ich lese, also schreibe ich. 2 Dinge die ich mag und die miteinander verbunden sind. Dabei bin ich mir nicht zu schade Ergüsse einiger Queertheoretiker/innen kritisch zu verfolgen sowie gute Dinge zu rezensieren. Als Vollblutmetalerin mag ich bunt gar nicht, aber schreibe doch über vieles unter dem Regenbogen.

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