Interview: Serena C. Evans

Serena C. Evans schreibt lesbische Liebesromane...

Heute wollen wir euch eine Autorin vorstellen, die mich, als ich das Buch lesen durfte, in eine mystische und neugierig machende Welt entführte.

Sie schreibt unter dem Pseudonym Serena C. Evans Liebesromane in denen sowohl schwule als auch lesbische Paare im Vordergrund stehen. Ihr Debütroman „Seth & William“ erschien im Februar 2015, mittlerweile veröffentlichte sie in kurzer Zeit 4 Romane.

Hauptberuflich ist sie Studentin der Bibliothekswissenschaft. Bücher sind ihr Leben – in allen Bereichen. Die 27-Jährige wohnt in der Nähe von Köln und liebt alles, was lila ist.


Du liebst alles was lila ist, was genau ist damit gemeint?

Ja, ich mag die Farbe lila sehr. Ich besitze mindestens fünfzehn verschiedene Nagellacke in Lilatönen, meine Brille ist lila und ich kleide mich meistens auch in lila. Mein Logo auf meiner Homepage ist ebenfalls lila.

Dann scheint das genau deine Farbe zu sein. Sag mal, jeder Autor hat ja seine eigene Geschichte wie er zum Schreiben kam. Wie war es bei dir?

Bücher haben mich von klein auf geprägt und fasziniert. Bereits in der Grundschule habe ich erste Geschichten geschrieben und sie meinen Freundinnen erzählt. Mir wurde immer schon gesagt, dass ich sehr viel Fantasie habe. Ich kann in den einfachsten Dingen Geschichten finden und Magisches entdecken. Allerdings habe ich sehr lange geglaubt, dass nur eine gewisse Elite Bücher veröffentlicht und ich sowieso keine Chance habe. Eher zufällig lernte ich via Facebook die Autorin Emma S. Rose kennen. Sie hat den Anfang von „Seth & William“ gelesen und mich ermutigt, es nicht bei den ersten paar Seiten zu belassen. Bis heute ist sie meine Mentorin, eine sehr gute Freundin und hat meine Autorenkarriere sehr maßgeblich geprägt.

Also war es ein sehr schöner Zufall deine heutige Mentorin kennengelernt zu haben. Hilft sie dir auch bei der Ideenfindung oder wo nimmst du deine Ideen her?

Überall und nirgendwo. Manchmal sind es Filme, Bücher, Bilder und Eindrücke, die mich auf eine neue Idee bringen. Viele kommen auch einfach von selbst oder entstehen aus dem Gefühl heraus, dass etwas fehlt, so z.B. in Form von lesbischen Superheldinnen in „Heldinnen küssen besser“ (Rezension von SzeneLesbe).

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Bei meinem Debütroman „Seth & William“ hatte ich z.B. die Anfangsszene, wie Seth einsam und verlassen auf der Dachterrasse steht, im Kopf und wollte selbst unbedingt wissen, was aus ihm wird und ob er sein Happy End findet. Es ist oft so, dass sich die Protagonisten förmlich bei mir vorstellen und mir dann nach und nach ihre Geschichten erzählen. Anfangs weiß auch ich selbst nicht, wo die Reise hingeht.

Viele Ideen kommen mir auch bei langen Zugfahrten, da ich da ganz ungestört meine Gedanken wandern lassen kann.

Das klingt ziemlich spannend! Wie lange brauchst du um ein Buch zu schreiben?

Das ist sehr unterschiedlich. Da meine Bücher nicht ganz so umfangreich sind, reichen i.d.R. drei Monate. Dazu kommen dann noch ein bis zwei Monte für’s Lektorat und die Überarbeitung. (Lest mehr dazu in Serena C. Evans aktueller Kolumne: Autorenalltag!) Meist tue ich mich am Anfang etwas schwer und je weiter die Geschichte fortschreitet, desto schneller und einfacher läuft es. Ich fiebere beim Schreiben dem Ende bzw. dem Höhepunkt der Geschichte genauso entgegen, wie die Leser es (hoffentlich) tun.

Das tun sie mit Sicherheit. Wen du schreibst, wie kannst du dich am besten fallen lassen und wo ist dein Lieblingsplatz?

Zuhause auf dem Sofa. Ein leckerer Tee oder Cappuccino dazu und gute Musik. Besonders gut kann ich schreiben, wenn es draußen schon dunkel ist und / oder wenn es regnet.

Du schaffst dir also eine richtige Atmosphäre. Verarbeitest du eigentlich auch persönliche Dinge in deinen Büchern?

Ja, bewusst und unbewusst. Den Tod eines wichtigen Menschen habe ich z.B. im ersten Teil der „Sonne, Mond und Sterne“-Trilogie verarbeitet. Außerdem ist einer meiner Protagonisten Bibliothekar, viele lieben Bücher und auch andere reale Ereignisse haben ihren Weg zwischen die Seiten gefunden. Es ist einfacher über Dinge zu schreiben, die man auf ähnliche Art und Weise selbst erlebt hat. Meine Bücher sollen echt und persönlich sein.

Für junge Autoren ist es oft nicht leicht einen Verlag zu finden. Wie bist du zu deinem Verlag gekommen?

Über eine befreundete Autorin. Ich habe sehr lange einen Verlag abgelehnt, aus Angst, dann mein Mitspracherecht zu verlieren. Das war jedoch beim MAIN-Verlag nie der Fall. Meine Wünsche und Ideen wurden sehr ernst genommen und fast immer auch umgesetzt.

Das klingt auf jeden Fall fair. Wer gestaltet deine Buchcover?

Das ist unterschiedlich. Mittlerweile gestaltet Irina Bolgert von der Seite Bookdresses viele meiner Buchcover. Ich mag ihren sehr sanften, mystischen Stil. Das Cover von „Heldinnen küssen besser“ stammt jedoch von meiner Kollegin Chris McKay und ist ein wahres Unikat.

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Kolumne „Autorenalltag“ von Serena C. Evans auf SzeneLesbe: http://szenelesbe.com/category/literatur/autorenalltag

Kommen wir zu deinem Buch „Heldinnen küssen besser“. Dein wievieltes Buch ist das?

Das dritte und das erste Buch mit einem lesbischen Paar. Darauf folgte der Roman „Golden Feather – Zeitreise ins Glück“, der ebenfalls den Fokus auf die Liebe zwischen Frauen legt.

Also könnte man sagen, deine Bücher bauen aufeinander auf?

Teilweise. Ich arbeite an der „Sonne, Mond und Sterne“-Trilogie, die eindeutig thematisch aufeinander aufbaut. Dennoch sind all meine Bücher in sich abgeschlossen und können völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Hier und da trifft man dann jedoch vielleicht auf bekannte Personen aus anderen Geschichten.

In dem Buch „Heldinnen küssen besser“ beschreibst du die Charaktere sehr gut, hast du sie immer schon direkt vor Augen oder entstehen sie mit der Zeit? Machst du dir ein Storyboard?

Die Charaktere selbst habe ich sehr früh vor Augen. Gerade bei Abby bzw. Purpel Rose kam mir die Idee sehr spontan und ich habe sie förmlich fix und fertig vor meinem inneren Auge gesehen. Die Handlung hingegen plane ich vorher nur grob. Oft kommen dann beim Schreiben noch Sachen hinzu. Das Ziel ist klar, aber hier und da erfolgen kleinere Umwege.

Also ist es auch immer wieder spannend für dich selbst, wenn ein Buch entsteht. Liest du auch andere lesbische Romane? Welche kannst du empfehlen?

Ich komme leider aktuell mit zwei Jobs eher weniger zum Lesen. Mein erster Ausflug in die lesbische Literatur war „Feuerwerk“ von Chris P. Rolls. Eine süße Kurzgeschichte. Ich mag die Autorin und ihren Schreibstil sehr gerne. Da die Geschichte als eBook dauerhaft kostenlos ist, kann man sich damit auch wunderbar an das Genre herantasten.

Apropo Genre, bleibst du einem Genre treu oder wechselst du auch mal?

Ich bleibe eindeutig den Liebesromanen treu und wechsle zwischen schwulen und lesbischen Paaren. Hier und da schleicht sich jedoch auch Fantasy mit ein. Die Liebe wird jedoch immer im Fokus stehen. Ich mag Herzschmerz, Drama und Romantik.

Und zu guter Letzt. Wie sieht deine Zukunft aus? Was können wir noch von dir erwarten?

Meine Zukunft gehört meinen Büchern und von mir gibt es definitiv noch einiges zu lesen. Aktuell erscheint bald „Immer wieder Noah“, eine schwule Coming-out Geschichte. Weitere Romane sind geplant, auch weitere mit lesbischen Hauptpersonen. Ideen für eine Fortsetzung von „Heldinnen küssen besser“ sind ebenfalls vorhanden, aber da gibt es weiter noch keine konkreten Pläne. Wir müssen abwarten, wo meine Muse mich hinführt.

Ich danke dir für das Interview und wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Freude am Schreiben!

Alle Bücher von Serena C. Evans findet man auch auf ihrer Webseite:
http://serena-evans.de/romane

Aktuelle Infos und Leseproben gibt es auf ihrer Facebookseite.

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kati ruhl
geboren bin ich im weniger beschaulichen magdeburg. sehr schnell zog es mich aber in die stadt der dichter und denker nach weimar. mit dem schreiben beschäftige ich mich seit ich das erste mal meine buchstaben richtig aneinander reihen konnte. in meiner freizeit schreibe ich essays, kurzgeschichten, gedichte und theaterstücke. ich bin ausgebildete ergotherapeutin, widme mich aber gerade intensiv dem schreiben und meinem wohl.

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