Hochzeitsfilm “Jenny’s Wedding” – gar nicht so romantisch

Kritik an der Romantik-Komödie "Jenny's Wedding"

Worum es in der neuen Romantik-Komödie “Jenny’s Wedding” genau geht, könnt ihr in diesem Artikel lesen. Simone hat ihn einmal genau unter die Lupe genommen und wurde tatsächlich enttäuscht…

Zu Beginn des Films sehen wir eine Reihe heterosexueller Hochzeitsbilder. Leider nutzt Regisseurin Mary Agnes Donoghue schon während der Anfangsszene, einer Taufe, die platte Symbolik von Schuld. Warum? Jenny (Katherine Heigl) hat ihre Familie belogen, über Jahre hinweg. In Wahrheit ist sie schon fünf Jahre mit Kitty (Alexis Bledel), die offiziell nur ihre Mitbewohnerin ist, liiert.

Doch leider sieht man dieses „wahnsinnige Glück“ von dem die Familienmitglieder sprechen kaum. Auch nicht, als sich Jenny endlich geoutet hat und die Familie langsam erkennt, dass diese Liebe gut ist. Es wird definitiv zu wenig Raum für das lesbische Pärchen gelassen. Alexis Bledels Rolle, trotz ihrer großartigen Darstellung, wird leider auf ein Minimum reduziert – teilweise ist sie wirklich mehr Mitbewohnerin als Jennys Verlobte.

Immer wieder wird Mary Lambert mit „She Keeps Me Warm“ eingespielt. Gezeigt wird ein auf und ab, ein Drama, das hauptsächlich für die Mutter und ihr baldiges Lügennetz, später noch mehr für den Vater, groß ist. Auch, wenn sich Vater Eddie (Tom Wilkinson) mit Themen wie dem “male gaze” beschäftigt und von seinen Feuerwehrkumpels fordert, nicht „die zwei Kampflesben“ zu sagen („Nenn’ sie nicht so, dass sind Menschen wie du und ich!“), ist es letztlich Jenny selbst, die sich die Unterstützung des Vaters verspielt.

„Du kennst ihn eben nicht so!“, erklärt sie daraufhin ihrer Verlobten. Und da ist natürlich die Frage gleich da: „Ja, warum bloß? Weil du Kitty jahrelang verleugnet hast?“. Beim komischen Tempo des Films kommt zum Glück Detailverliebtheit nicht zu kurz, da sieht man zum Beispiel auf Jennys Computerbildschirm ihren Hund als Hintergrundbild. So ist „Jenny’s Wedding“, was es ist: Eine merkwürdige Indiekomödie mit Starbesetzung, die größtenteils genauso rüberkommt.


Es gibt sicherlich besser L-Filme – allen voran „Saving Face“ – die man gucken kann. „Gilmore Girls“-Fans kommen mit Alexis Bledel trotzdem irgendwie auf ihre Kosten, auch Grace Gummer als Schwester Anne taugt für komödiantische Momente.

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Simone
27. writer. journalist. fangirl. hardest working girl in rock'n'roll. highly femme. munich.

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