Filmgerüchte um „Legend of Korra“ und „Sailor Moon Crystal“-Fortsetzung

„Legend of Korra“ auf Netflix

Die Nickelodeon-Serie „Legend of Korra“ soll als Film auf Netflix zurückkehren – und dieser Gedanke lies am Wochenende die Social Networks heißlaufen. Das wäre nämlich insbesondere spannend, da die Zeichentrickserie in seiner letzten Staffel kurzfristig vom Fernsehen ins Internet geschoben wurde. Da alles auf Ausstrahlung im TV ausgerichtet war, blieb von der bisexuellen Beziehung der Charaktere Korra und Asami neben viel Wangenröte nur ein Händchenhalten im Serienfinale vor einigen Wochen übrig. Ein längerer Film könnte diese Beziehung – noch dazu in einem Format für Kinder und Jugendliche – weiter ergründen. Eine Petition gibt es dazu schon!

Zweite Staffel „Sailor Moon Crystal“

Ein weiteres Gerücht ist allerdings weniger positiv auszulegen: Seit ein paar Tagen kursiert das bisher noch offiziell unbestätigte Statement, man würde im Sommer anfangen, die zweite Staffel „Sailor Moon Crystal“ zu produzieren. Dies würde dann die „Infinity“-Arc des beliebten Mangas betreffen. Im 90-er-Jahre-Anime wurde diese auf’s herrlichste ausgelegt – die Figuren Haruka Tenoh und Michiru Kaioh alias Sailor Uranus und Sailor Neptun wurden als vielschichtiges Butch/Femme-Pärchen präsentiert, das vor allem in der fünften Staffel in viele Sexwitze und schmachtende Blicke abglitt.

Haruka und Michiru von Jenn Gracey
Haruka und Michiru von Jenn Gracey

Genau wie bei „Legend of Korra“ (hier: Michael Dante DiMartino, Bryan Konietzko) zeichnete sich hierfür ein männliches Mastermind verantwortlich. Kunihiko Ikuhara produzierte nach seinem Ausstieg bei „Sailor Moon“ die queere Animeserie „Revolutionary Girl Utena“. Auch in sein jüngstes Werk, „Yuri Kuma Arashi“, das sein Finale vor einigen Wochen feierte, steckte Ikuhara viel Liebe ins Detail seiner lesbischen Protagonistinnen. Dies fehlt allerdings bei „Sailor Moon Crystal“ gänzlich. Hier wurden bislang jegliche queere Strömungen – im Manga, von der heterosexuellen Naoko Takeuchi erschaffen, kann man einige Sailorkriegerinnen als bisexuell lesen – mit ausschließlich männlichen Counterparts ohne Konstruktion einer ausgeglichenen Lovestory zerschlagen. Zudem werden die Figuren Haruka und Michiru im Manga nur benutzt, um die Liebe zwischen Sailor Moon und ihrem Tuxedo Mask zu testen – mit der „bösen“, betrügenden Haruka und der farblosen, „charakterlosen“ Michiru.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Hoffnung auf zufriedenstellende Repräsentation stirbt jedoch zuletzt. Schon alleine, weil für den Sommer die Interpretation der „Infinity Arc“ noch als Musical aussteht. Bislang zeigten die Musicals die Sailorkriegerinnen zwar ebenfalls nur mit zugeordneten Herren – allerdings für bisexuelle Charaktere wesentlich plausibler, mit Backstory und viel musikalischem Tamtam. Und vielleicht, eines Tages, ist dann der Mastermind hinter solchen Erfolgen sogar ein weiblicher Autor. Auch das wünscht sich ein ganzes Fandom, das nach Identifikationsmöglichkeiten sucht.

Titelbild: Jenn Gracey

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