In einer Pressemitteilung fordert der LSVD (Lesben und Schwulenverband) von der nächsten Bundesregierung ein umfassendes Bund-Länder-Programm gegen homo- und transphobe Gewalt inklusive Präventionsmaßnahmen und konsequenter Strafverfolgung.

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Anlass dieser Forderung ist, dass Angaben zufolge laut Innenminsterium 2017 bereits 130 Fälle von Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Orientierung erfasst wurden und dementsprechend hier ein Anstieg von über 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vorliegt.

In einer folgenden Stellungnahme schreibt Stefanie Schmidt, Sprecherin des LSVDs: 

Der deutliche Anstieg in der Statistik zeigt, dass homo- und transphobe Hasskriminalität in Deutschland zum Alltag gehören. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert  Eine offene Gesellschaft muss allen Menschen garantieren, jederzeit, an jedem Ort, ohne Angst und Anfeindung verschieden zu sein.

Längst nicht jeder homo- und transphobe Übergriff wird erfasst. Es braucht ein verbessertes Meldeverfahren sowie einen regelmäßigen Austausch zwischen Polizei und Community. Das würde die Anzeigebereitschaft erhöhen und die Dunkelziffer von nach wie vor 80% senken. Polizei, Opferschutz und Justiz müssen sensibilisiert sein. Homo- und Transphobie in allen Aktionsplänen und Programmen zur Gewaltprävention ausdrücklich berücksichtigt werden.

Die jetzige Bundesregierung hat es versäumt, Hasskriminalität und Alltagshomo- und –transphobie anzugehen. Sowohl der verabschiedete Nationale Aktionsplan gegen Rassismus als auch die Reform der Hasskriminalitätsgesetzgebung ignorieren homo- und transphobe Gewalt weitgehend statt effektive Maßnahmen für Prävention, Erfassung und Strafverfolgung auf den Weg zu bringen.“


Auf seiner Website äußerte sich Volker Beck ebenfalls zu dem beinah 30-prozentigen Anstieg antihomosexueller Gewalttaten: „Die Bundesregierung muss den Kampf gegen Homo- und Transphobie endlich aufnehmen. Wir haben jetzt gleiche Rechte, aber gleiche Entfaltungsmöglichkeiten setzen Freiheit von Angst vor Gewalt und Diskriminierung voraus. Fast 30% mehr homo-, trans-, und bi-feindliche Straftaten – da müssen eigentlich alle Alarmglocken losgehen. Eine solche Steigerung ist ein Armutszeugnis für die Präventionsarbeit der Bundesregierung.“

Quelle: Pressemitteilung LSVD vom 9. August 2017

Lesben- und Schwulenverband

„Der LSVD ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.“

Mehr Informationen findet ihr hier: https://www.lsvd.de

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