Einweihung: Denkmal für die erste Homosexuellenbewegung in Berlin!

Berlin: Denktmal für die erste Homosexuellenbewegung!

Die sechs Blüten in den Farben des Regenbogens haben UdK-Studenten entworfen © Simulation: AG HIRSCHFELD DER UDK | http://berlin.lsvd.de/neuigkeiten/einweihung-des-denkmals-fuer-die-erste-homosexuellenbewegung

Am 7. September 2017 soll das vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) initiierte Denkmal für die erste Homosexuellenbewegung im Centrum Judaicum eingeweihnt werden!

Bereits seit 2008 trägt das Spreeufer zwischen Luther- und Moltkebrücke in Berlin den Namen “Magnus Hirschfeld“. 2011 wurden an dieser Stelle zwei Gedenktafeln, die an die erste homosexuelle Emanzipationsbewgung erinnern, errichtet. Nun soll am 7. September 2017 auf der Fläsche des Magnus-Hirschfeld-Ufers gegenüber vom Bundeskanzleramt ein neues Denkmal eingeweiht werden.

Das Denkmal, welches nachts beleuchtet wird, richtet sich damit ebenfalls an die vor 120 Jahren von Dr. Magnus Hirschfeld und seinen Mitstreitern gegründete weltweit erste homosexuelle Bürgerrechtsorganisation.

Das Denkmal…

Das Motiv des Denkmals wurde von einer Fachjury aus fünf Entwürfen von Studierenden der Universität der Künste Berlin (UdK) ausgewählt. Bestehen wird das Denkmal somit aus sechs große Blüten der Calla-Lilie, die in den Farben des Regenbogens gehalten sind. Weiterhin soll hier der Monözie-Aspekt, sprich das Vorhandensein von weiblichen und männlichen Blüten auf einer Pflanze, im Fokus und damit symbolisch für die Vielfalt sexueller Identitäten stehen.

Zur Geschichte…

In Berlin nahm die homosexuelle Emanzipationsbewegung, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ihren Anfang. So begründete der jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) 1897 das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), welches als die weltweit offiziell erste homosexuelle Bürgerrechtsorganisation gilt.

[Übrigens: Dies geschah 30 Jahre nachdem K.H. Ulrichs die Straflosigkeit homosexueller Handlungen auf dem deutschen Juristentag forderte.]

Im Jahr 1919 ließ Hirschfeld auf dem Gelände zwischen dem heutigen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt das Institut für Sexualwissenschaft errichten und setzte sich von dort aus für die Abschaffung antihomosexueller Straftatbestände ein.

Mit dem Ziel, den § 175 StGB aufheben zu lassen, entsendete das WhK mehrere Petitionen an den Deutschen Reichstag, sodass der Strafrechtsausschuss des Reichstages 1929 beschloss, homosexuelle Handlungen nicht mehr unter Strafe zu stellen. Leider kam es nicht mehr zu der Umsetzung. Nach der Machtergreifung Hitlers plünderten Studenten und SA-Männer im Januar 1933 das Institut für Sexualforschung. Dabei wurden nicht nur zahlreiche Schriften verbrannt, sondern auch eine Büste von Magnus Hirschfeld auf dem Berliner Opernplatz (heute Bebelplatz) im Mai 1933 vernichtet.

In der Folge wurde Hirschfeld ausgebürgert. Er starb 1935 im französischen Exil.

 

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