“Die Tänzerin” – mit Soko und Lily-Rose Depp

"Die Tänzerin" - ein atemberaubender Film über die Tanzlegende Loïe Fuller

© 2016 PROKINO Filmverleih GmbH

Sängerin SoKo überzeugt im Film “Die Tänzerin” als Loïe Fuller

Die Amerikanerin Loïe Fuller (SoKo, Musikerin und Ex von Kristen Stewart) eroberte die Pariser Bühnen der Belle Époque im Sturm. Verehrt und hofiert, galt sie schon damals als revolutionäre Tanz-Pionierin ihrer Zeit.

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Die Geschichte beginnt in Amerika. Als mittellose Tochter eines französischen Rodeoreiters und Goldgräbers träumt Louise Fuller, die sich später Loïe nennt, davon, eines Tages an der Pariser Oper zu tanzen. Nachdem ihr Vater gewaltsam ums Leben kommt, zieht die androgyne Loïe zu ihrer Mutter nach Brooklyn. Dort erste Bühnenluft geschnuppert, beschließt sie 1892, sich mit ihrer Tanzidee – sie dreht sich unter einem meterlangen Gewand und mit durch Holzstäben verlängerten Armen wie wild im Kreis, sodass die Zuschauer eine Schmetterlings-Illusion vermittelt bekommen – auf den Weg nach Frankreich zu machen.

Es gelingt der damals 30-Jährigen in Paris Fuß zu fassen und ihr Publikum jeden Abend aufs Neue zu verzaubern. Ihre Bühnenschau hat die Tänzerin dabei mehrfach optimiert. Das Kleid ist aus feinster Seide und auch die dazugehörige überaus eindrucksvolle Lichtschau wird immer komplexer. Unterstützung findet Loïe bei der gutmütigen Gabrielle (Mélanie Thierry), die zusammen mit ihr die Auftritte plant und organisiert sowie von dem depressiven Adligen Louis Dorsay (Gaspard Ulliel), den sie noch aus Amerika kennt.

Doch fordert ihr magischer Serpentinentanz schonungslosen Körpereinsatz, während ihr Augenlicht zunehmend durch den Einsatz moderner Lichtprojektoren geschädigt wird. Das Tragische, je berühmter Loïe wird, desto stärker wird der Ehrgeiz, dem Publukum immer aufwändigere Performances zu präsentieren…

Als die junge und durchaus begabte ebenfalls amerikanische Tänzerin Isadora Duncan (Lili-Rose Depp, Tochter von Jonny Depp und Model für Chanel) in ihr Leben tritt, anfangs um Loïe bei ihrem Tanz zu unterstützen und später als Konkurrentin, beginnt diese für die junge Isadora zu schwärmen.

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Der Film “Die Tänzerin” von Stéphanie Di Gusto überzeugt absolut und nimmt die Zuschauerin mit in längst vergangene Pariser Zeiten. Während der beiden zentralen Bühnen-Performances im Folies Bergère und in der Pariser Oper fühlt man sich wie im Traum. Wie muss das erst live gewirkt haben?

So beeindruckend die Tänze von Loïe und Isadora sind – Emotionen werden an allen Stellen des Films groß geschrieben und von den SchauspielerInnen wunderbar transportiert. Man leidet förmlich mit Loïe mit, die, getrieben von ihrem Perfektionismus, bis zur völligen Selbstaufgabe tanzt.

Loïe Fuller, by Unknown - Joseph Uzanne, Figures contemporaines tirées de l’Album Mariani, Librairie Henri Floury, Paris, vol V, 1900, Bibliothèque nationale de France, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3171323
Loïe Fuller, by Unknown – Joseph Uzanne, Figures contemporaines tirées de l’Album Mariani, Librairie Henri Floury, Paris, vol V, 1900, Bibliothèque nationale de France, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3171323

Interessant ist der Cast, denn sowohl SoKo als auch Lili-Rose Depp sind im wahren Leben tatsächlich frauenliebend. Besonders SoKo wurde unserer Ansicht nach goldrichtig gecastet, besteht hier tatsächlich eine enorme optische Ähnlichkeit zu Loïe Fuller.

Ein eindrucksvoller und durchaus sehenswerter Film, der allerdings die reale Loïe Fuller, die 1862 als Marie Louise Fuller in Illinois zur Welt kam, nur in Ansätzen beschreibt. Jedem, der die wahre Geschichte dahinter kennenlernen möchte, dem sei geraten, sich hier noch einmal genauer zu belesen. Vieles, beispielsweise die Person des Adligen Louis, wurde hier schlichtweg erfunden.

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