Die Rentensituation für Frauen muss von Grund auf verbessert werden!

Der Dachverband Lesben und Alter fordert zu Beginn der Koalitionsverhandlungen eine Verbesserung der Rentensituation für Frauen!

© Pixabay

Der Dachverband Lesben und Alter fordert eine geschlechtergerechte Altersversorgung!

Berlin, 22. Januar 2018 – Zu Beginn der Koalitionsverhandlungen befürchtet der Dachverband Lesben und Alter, dass sich im Ergebnis an der bestehenden Rentensituation für Frauen nichts Wesentliches ändern wird. „Die nach dem
Ablauf der Sondierungen bekannt gewordenen Fakten lassen nicht darauf schließen, dass die neue Regierung eine geschlechtergerechte Altersversorgung umsetzen wird“, meint Reingard Wagner, Rentenexpertin beim Dachverband Lesben und Alter.

Geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigen

Das aktuelle Rentensystem stellt nach Ansicht des Verbandes keine ausreichende Existenzsicherung für Frauen im Alter dar. Denn die Ungerechtigkeit des Arbeitslebens spiegelt sich in der Höhe der Rentenzahlungen wider. In der Folge sind viele Frauen auf die Grundsicherung angewiesen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum ersten verdienen Frauen im Erwerbsleben oft immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen. Zweitens haben die meisten Frauen – bedingt durch Kindererziehung, Pflegetätigkeiten und großen ehrenamtlichen Einsatz – im Schnitt weniger als 30 Beitragsjahre. Eine geplante Mindestrente, die mindestens 10% über der Grundsicherung liegt und mindestens 35 Beitragsjahre voraussetzt, ist für viele Frauen keine Verbesserung.

Gerade ältere lesbische Frauen haben selten eine Absicherung durch einen Ehemann oder durch eine gute Witwenrente und leben im Alter oft allein. Sie sind darauf angewiesen, ihren alleinigen Lebensunterhalt mit ihrer Rente zu bestreiten. Das ist mit der Grundsicherung kaum zu erreichen.

Die Berücksichtigung der Beitragsjahre als Rentenbemessungsgrundlage gehe komplett an der weiblichen Lebensrealität vorbei, so Reingard Wagner. Um Frauen vor Armut im Alter zu schützen, müsse die Lebensarbeitszeit zur Bewertung der Rente einbezogen werden. Die unentgeltlichen Leistungen, die Frauen immer wieder erbringen, müssten bei den berechnungsrelevanten Zeiten stärker und gerechter berücksichtigt werden. Frauen, die bereits in Rente oder im rentennahen Alter sind, hätten durch eine bedingungslose Garantierente die Möglichkeit, ihr Alter in Würde zu verbringen.

Dachverband Lesben und Alter

2009 gegründet, setzt sich der Dachverband Lesben und Alter für die Lebenslage älterer und alter lesbisch lebender Frauen ein. Er artikuliert ihre Interessen gegenüber Politik und Verbänden und macht sich für die spezifisch lesbische Vielfalt und Teilhabe im Alter stark. Seine Mitgliedsorganisationen erhalten Unterstützung durch Expertise und Öffentlichkeitsarbeit. Die bundesweiten Fachtagungen „Lesben und Alter“ werden ebenso ausgerichtet wie regionale Fachtage und Vernetzungstreffen.

Mehr Informationen unter: www.lesbenundalter.de

Quelle: Dachverband Lesben und Alter, Pressemitteilung vom 22. Januar 2018

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT