CSD Berlin „Danke Für Nix!“ (1): Alles Party – Rechte sind egal!

SzeneLesbe auf dem Berliner CSD 2016 - ein satirisch-ironischer Bericht mit realpolitischem Bezug

Ich bin so glücklich! Die Szenelesbe Redaktion schickte mich zur Loveparade nach Berlin um mal ordentlich zu berichten, was hier so passiert. Also feiern und berichten, denn ausdrücklich hieß es, dass es auch Spaß machen sollte, aber wo, wenn nicht auf der Loveparade, könnte man den haben? <3

In der Tat…

Meine liebe Begleitung Bibi berichtete auf ihrer Arbeit, wo wir am Wochenende waren. Man war der einhelligen Meinung, dass gerade Loveparade gewesen sei. Diese hat aber nach dem Unglück mit Todesopfern das letzte Mal 2010 stattgefunden. Übrigens nicht einmal in Berlin.

Viele heterosexuelle Menschen verwechseln den CSD wirklich mit der Loveparade!


Zuerst mussten wir noch einer kleinen Ansprache von dem Herrn auf dem Wagen lauschen. Okay, keine Party ohne Blabla. Es war irgendwas, … dass nicht nur Schwule gemeint sind, sondern der CSD auch für die Rechte von Transgendern und Lesben ist. Also irgendwelchen Randgruppen, die die Presse eh nicht kennt. Ich glaube, neben Transgendern und Lesben nannte er wirklich alle Randgruppen. Wie langweilig, kennt doch eh niemand!

Aber kann die Party jetzt bitte endlich losgehen?

Und nach 20 Minuten war es auch schon soweit! Los ging es mit der völlig unpolitischen Parade. Ein bisschen „Regenbogen“, ein bisschen „Ja“ zu Liebe. Schon rollte der erste Partywagen an uns vorbei und dröhnte uns die Ohren voll. Dat war ja fast wie Fastelovend (Fastnacht) Zuhaus` bei mich, in meinem geliebten Rheinland! Überall jibbet wohl dolle Jecken, die lustig Party machen können. Wahnsinn!

csd-wagen
Aber was stehen denn da für komische Texte auf dem Wagen?

Im Grundgesetz §3 heißt es u.a.:

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Da steht viel drin. Von Sexualität oder Geschlechtsidentität ist aber nicht die Rede. Schwule, Lesben und Bisexuelle dürfen also gerne diskriminiert werden, Trans- und Intersexuelle ebenso, bis sie ihr Geschlecht haben festlegen lassen, wie sie es für richtig befinden (wenn das möglich ist, was bei Intersexuellen in Deutschland derzeit nicht in jedem Fall möglich ist, z.B. wenn man sich weder als Mann oder Frau definiert). Wer sich biologisch aber eindeutig zwischengeschlechtlich fühlt, hat ebenso schlechte Karten! Selbst in z.B. Malta hat man damit keine Probleme. Hier schon.

regenbogen-familien-lsvd

So standen wir da und ließen erst einmal einen Teil der Parade an uns vorbeiziehen. Direkt nach dem großen Partywagen war dann auch der erste echte Zoch dabei. Speziell gedacht für die Kinder von den lustig-bunten Familien, die hier mitzogen. Un` dafür hannt sich die Spaßvöjel von die Rejeborenfamilien ja janz schön wat eenfallen lassen! Die sind nämlich alle noch unverheiratet! Ja, wat ne Spaß!

lsvd-familienwagen2

Eigetragene Lebenspartnerschaft bedeutet nämlich:

Schwule und Lesben dürfen in Deutschland nicht heiraten. Sie dürfen lediglich eine eingetragene Partnerschaft eingehen. In manchen Bundesländern geschieht dies auf der KFZ Meldestelle, nicht auf dem Standesamt!

Adoption ist ebenso ein schwieriges Thema. Anders als bei heterosexuellen Verpartnerungen, ist es uns noch immer nicht erlaubt, als Paar ein Kind zu adoptieren. Dies geht nur mit einem Umweg: Eine Person muss einen Adoptionsantrag stellen. Ist diesem stattgegeben worden, kann die zweite Person der Partnerschaft einen weiteren Antrag stellen. Das bedeutet doppelte Kosten, doppelten Ärger und doppelte Ängste. Speziell zur Sukessivadoption, bei dem vor allem wir Lesben betroffen sind, schrieb auch Johannes Kram vom Nollendorfblog, wie absurd das Thema selbst in den Medien behandelt wird: Liebe Homosexuelle, liebe Lesben.

Bei so viel Spaß, entschieden wir uns einfach einmal quer durch die Parade zu ziehen und mal zu kieken, wie denn so die janzen anderen Teilnerhmerinnen feiern.

erdogan
Schrill, schriller, Erdogan?

Oh, wie schrill! Hier zeigen sich Homosexuelle, also Schwule, von ihrer lustigsten Seite. Besondere Fetische werden nach außen getragen, so wie man sonst nicht raus gehen darf. Auf dem CSD ist es erlaubt! Heute ist euer Tag, vermutlich der wichtigste Feiertag (wie RBB schrieb) der schwulen Gemeinschaft!

Homosexualität in der Türkei

Obwohl Homosexualität in der Türkei seit 1852 kein Straftatbestand mehr ist, gibt es in jüngster Zeit immer mehr Diskriminierung, Hasskriminalität und Gewalt gegen die LGBTTIQ-Community. Es gibt organisierte Bandenkriminalität und Islamisten, die speziell gegen die LGBTTIQs agieren, weil sie leichte Beute sind und von der Polizei oft noch mehr Diskriminierung erfahren.

In der Türkei wurden CSDs verboten, noch mehr verboten oder gar mit Gewalt beendet. Selbst Volker Beck wurde am Rande der Pride Week abgeführt und von der Polizei geschubst, Datingportale im Internet geschlossen, Transgender ermodert und diskriminiert, ohne das diese Verbrechen verfolgt werden. Kommt es dann tatsächlich zu einer Verurteilung, gibt es sogar ein extra LGBT-Gefängnis und, und, und ….

Die Heinrich Böll Stiftung fasste die Dynamik der queer-Bewegung in der Türkei zusammen und kam zu dem Resümee, dass die staatlichen Repressionen seit Erdogan zunehmen.

Eine tolle Parade mit skurrilen Outfits. Mal schrill, mal mit nackten Beinen und auch mal mehr.

eu4Selbst die phönizische Königstochter Europa marschierte mit und frönte der guten Laune. Wahrscheinlich hatte die Königstochter hier keinen Bezug zur Realpolitik, oder was sollen ihre Pappkartonbeschriftungen „Rettet euer Europa“ auf der einen, und „Stoppt Nationalismus“ auf der anderen schon bedeuten? Alle möglichen Interpretationen würden schließlich diese tolle Partyverkleidung in den Hintergrund treten lassen.

Diskriminierung ist überall

Nicht nur das Diskriminierungskriminalität (Hate Crimes) wie oben in der Türkei auch in Deutschland zunehmend ist, das Ungarn autokratisch wurde und Polen sich immer mehr von einem Rechtsstaat zu entfernen scheint, Europa bedeutet vor allem zwei Dinge, die gerne vergessen werden: Frieden und Freiheit.

Was passiert, wenn Autokraten eine neue Tyrannis errichten, sieht man dort, wo es bereits partiell passiert ist. Diskriminierung von Randgruppen nimmt zu. Pluralismus wird klein geschrieben.

velspol1

Aber gut, das unsere Polizei & Justiz hier heftig mitgefeiert hat. Die netten Beamten in Zivil ließen sich nicht lumpen, ein bisschen Spaß rauszulassen. Auch als Beamter und Beamtin hat man schließlich einmal frei!

velspol2

Spaß verstand der junge Herr hier neben mir offensichtlich auch. Wat eine Party, wo sich Männer schon als „Scheiß Lesbe“ bezeichnen! Ich fühlte mich auch schon ganz schwul.

Diskriminierung ist strafbar!

Die Aktion gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Homo- und Transphobie vom Mitarbeiternetzwerk für LSBTI in Polizei und Justiz machte vor allem darauf aufmerksam, dass solche „Freundlichkeiten“ angezeigt werden können und auch sollten. Ein kurzes Interview mit dem Mann neben mir verriet, die meisten dieser diskriminierenden Taten werden nicht angezeigt. Das sollte geändert werden!

Ebenso machte die AG SchwuleLehrer GEW Berlin darauf aufmerksam, dass schwule Sau noch immer eines der meistgebrauchten Schimpfworte auf dem Schulhof ist. Übrigens, auf Lesbisch sieht das dann so aus: http://www.netziane.de.

scheisslesbe_karten2

Dazu wurden Karten verteilt, deren Sprüche jede schon einmal gehört haben dürfte und die eindeutig zeigen, wie man eine Straftat einfach zur Anzeige bringen kann. Bei der Polizei NRW sind außerdem verschiedene Internetwachen für verschiedene Bundesländer aufgezeigt.

gender_is_over

Aber welches Geschlecht hat diese Person denn? Das geschlechterdichotome System lässt sich doch nicht austricksen, indem man sich Sprüche, die an Butler erinnern, aufs T-Shirt druckt. Aber wat für eine Gaudi, wat für eine jute Verkleidung! Fast wären wir dieser Person auf den Leim gegangen.

Das Problem mit dem dichotomen Geschlechtersystem

Neben der falschen Geschlechtszuordnung ist es ebenso Diskriminierung, wenn eine Person, die zu einem vermeintlichen Geschlecht gehört, bestimmte Verhaltensweisen auferlegt werden. Butler meinte diese Person hier nämlich diesmal nicht, sondern kritisierte die Geschlechterdichotomie.

Unser dichotomes Geschlechtersystem hinkt auf einem Bein, denn Menschen die sich zwischen den Geschlechtern fühlen, oder es biologisch wirklich sind, können dies nicht in ihren Ausweis eintragen lassen und müssen sich für eine Seite entscheiden.

Das können einerseits Intersexuelle sein, die eindeutig nicht hinein passen, aber auch manch eine Butch, die für ihr eigenes Butch-Empfinden ihre Brüste loswerden oder maskuliner wirken will, ohne dabei zum Mann zu werden (hier sind die Damen oft gezwungen, rechtlich zum Mann zu werden!). Ebenso mit im Boot sind hier Menschen, die sich generell in diesem System nicht wiederfinden können.

In anderen Staaten ist es hingegen möglich, den Geschlechtseintrag frei zu bestimmen.

Eine kleine Zusammenfassung über die Rechte gibt es u.a. am Ende des Artikels über die LGBT-Rechte weltweit.

pisspott-aktion

Die nächste Person, die uns ins Auge fiel, war dieser junge Herr. Keine Ahnung was sein Hintergrund war, auf so eine müde Diskussion hatten weder Bibi noch ich Lust. Wen interessiert so etwas schon auf dieser Megaparty? Er gab uns einen Zettel von Genders* in die Hand. Ein kurzer Blick auf ihre Webseite zeigte mir dann, dass diese Spaßvögel einfach ihr Geschlecht wechseln um uns zu verwirren. Wow! Dat hat Kölle bestimmt noch nit jesehen. Berlin ist viel cooler! Berlin Helau!

Was ist Genders?

Genders ist ein Projekt von transidenten Menschen, die sich für Sichtbarkeit und Akzeptanz einsetzen. Ihr Anliegen ist die geschlechtliche Vielfalt und sie wollen auf Youtube Einblicke in ihren Alltag geben.

Ein bisschen verwirrt waren wir ja schon. So etwas hätten wir nicht erwartet. Nach einer kurzen eingehenden Unterhaltung gab uns der junge Herr dann diese netten Sticker in die Hand. Er meinte, die seien Gold wert. Wir checkten kurz unsere Erfahrungen mit diesem Thema ab.

Ich: „Bibi, warst du schomma` aufm Männerklo?“
Bibi: „ja, klar“
Entsetzt musste ich überlegen. Ja, da war mal etwas.
Ich: „Ich auch. In der She-Bar zu Neuss entstehen da immer die besten Unterhaltungen…“

Nein, die She-Bar ist eine reine Frauenveranstaltung. Herrenpisspotterfahrung kann ich in dieser Form also nicht vorweisen. Aber meine werte Kollegin konnte. Das machte mir regelrecht Angst und ich verstand nicht, warum man auf die falsche Toilette gehen sollte. Richtig und falsch ist doch so einfach zu unterscheiden. Ein Blick in den Spiegel genügt schließlich!

Der Pisspottstreit

Der in den USA entbrannte von mir flapsig benannte Pisspottstreit ist ein Streit, bei dem per Gesetz z.B. festgelegt wurde, dass man nach genetischer und geburtsgeschlechtlicher Zugehörigkeit die vorgesehene Toilette benutzen soll. Alles andere wird mit drakonischen Strafen von 1000$ und bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet. Dies trägt sogar so seltsame Früchte, dass eine androgyne Lesbe von der Polizei aus der Frauentoilette geholt wude, wie man in einem Facebook Video sehen konnte.

Hier zu Lande ist man entspannter, was aber nicht heißt, alles wäre gut. In Schweden gibt es extra Toiletten für TransInterPersonen, oder welche, die sich nicht im dichotomen Geschlechtersystem wiederfinden.

Auch ohne extra Toiletten könnte ein wesentlich entspannterer Umgang mit den „Schutzräumen“ sicher angenehm sein.

Aber der nette Herr hatte uns auf eine Idee gebracht, auf die wir gerade richtig Lust bekamen. Wie wär`s? Einfach mal dahin gehen, wo keine Schlange steht? Hier die Eintrittskarte!

pisspottsymbol

Aber damit es Spaß macht, verabredeten wir uns an einem dunklen Ort, wo möglichst viele fiese Heten sind. Wir werden darüber berichten!

private_aktion

Ein bisschen exentrisch wirkten auf uns hingegen die gediegenen Herren und Damen einer privaten Aktion, die in diesem sonst so burlesquen Umfeld irgendwie konterkarierten. Sie organisierten sich kurz entschlossen über die sozialen Medien um die mitfeiernden Parteien zu kritisieren. Solche Spaßbremsen! Warum denn, fragten wir uns, gibt es doch auch janz lustig den politischen Aschermittwoch mit tollen Reden von klugen Köpfen. Passte doch in dieses kunterbunte Bild gut rein, oder?

Oder verstanden wir es falsch und ihr Anliegen war es, die künstlerische Polychromie der Szenerie gekonnt zu akzentuieren? Waren sie etwa Kunstkritiker, die sich einen Spaß erlaubten?

private_aktion-ich2
Wir liefen die meisten Zeit vor dem CDU Wagen mit.

Plakate gegen Politik!

Ein paar super Leute aus Berlin hatten die geniale Idee einmal auf Plakate zu schreiben, was die Parteien so treiben. Damit stellten sich einige vor Wagen von CDU und SPD und liefen einfach vorne an!

Im wesentlichen ist es auf CSDs immer das gleiche: Alle sind für uns! Für unsere Rechte. Manchmal kann man kaum an Ständen von Parteien entlang gehen, ohne Flyer in die Hand gedrückt zu bekommen oder um Unterschriften angebettelt zu werden. Aber ernst nachgefragt sieht es dann anders aus: Ein Beispiel ist die LSU (Lesben und Schwulen Union) die sich auf dem Düsseldorfer CSD bei mir entschuldigte, dass diese Legislaturperiode wohl keine Ehe für Alle käme.

Auch fragte ich André von dem LSU Wagen hinter uns, wie er die Plakataktion fände. Sein Feedback war positiv! Er ist seit 2006 Mitglied in der CDU und LSU. Offensichtlich scheinen nicht alle Schwulen und Lesben, die in politischen Parteien aktiv sind, zu 100% mit ihrer Parteiführung auf einer Linie zu sein.

Was auf den Plakaten stand?

„Das ich 2016 wirklich noch dafür demonstrieren muss“
„Keine halben Sachen“
„Achtung! Parteien auf PR-Tour“
„Regenbogenfahnen hissen, aber mit gesetzen dissen!“

Zusammengefasst: Man verspricht uns regelmäßig extrem viel, aber setzt es einfach nicht um. So hatte uns die SPD unlängst extrem viel versprochen (Ehe für Alle, Adoptionsrecht für Schwule und Lesben) aber im Zuge der Koalition mit der CDU genau gar nichts davon umgesetzt.

orlando

Aber was ist das? Trotz der guten Laune verwunderte uns ein bisschen, dass nicht alle nur feiern wollten. Das traurige Attentat von Orlando wurde von einem Mann mit „Enough is Enough“-Aufkleber auf der Brust hochgehalten.

Grausames Massaker in Orlando

In Orlando hat ein vom Islamismus inspirierter Mann, der vermutlich selbst schwul war, einige Schwule und Lesben vor einer Schwullesbischen Bar ermordet.

Die Presse fragte schon, ob der schwule Selbsthass zurück käme. Hintergründe gibt es in diesem absolut lesenswerten Interview mit dem Afghanen Nemat Sadat, der Einblicke gibt, die sonst verborgen bleiben.

Und damit war die Demo für uns beendet und wir stiegen aus dem Wagen aus, der uns freundlicherweise zum gemeinsamen Defilieren mitnahm. Nun ging es zum Brandenburger Tor, wo die Bühne war. Auf in die Party!

bär-mit-mir-beärbittZum Abschluss möchte ich aber noch zwei Dinge loswerden…

Liebe Presse,

wir, von SzeneLesbe, finden es immer wieder lustig wenn ihr schreibt, dass der CSD eine Schwulenparade sei. Google zeigt bei jeder zweiten Überschrift, dass ihr von einer Schwulenparade redet, aber nennt dann im Anschluss auch mal uns Lesben. Im Anschluss berichte ich deshalb über die selbst unter Lesben unbekannten Dykemarches, die von euch noch mehr ignoriert werden. Selbst Filme wie „Invisible Man“ zeigen, dass selbst die Unsichtbaren bei euch offenbar Männer sind, dabei wird das wirklich Unsichtbare niemals gezeigt, oder gar ernst genommen.

Im Nollendorfblog wurde sich toll über die Presse ausgelassen. Hier z.B „Fünf Tipps für Journalisten, die über einen CSD berichten wollen“. Natürlich habe ich diese Tipps sorgsam befolgt. Danke, dafür!

Es muss nicht jede (durchaus auch mal gute) Berichterstattung durch die Moderatorinnen ins Lächerliche gezogen werden. Der Bericht von Edith Schröder und Biggy van Blond war sonst übrigens gut. Der Prolog über „einen der wichtigsten Queer-Feiertage Deutschlands“ ist aber ein Schlag ins Gesicht!

Dass das Ganze auch durchaus seriös geht, beweist hier der NDR mit seinem Bericht über die Hamburger Pride Week, denn der CSD ist auch eine Demo.

Bei aller Frustration über eure Berichterstattung und Frust über die Politik, die sich zwar gerne mit Regenbogenfahnen bespickt, aber uns dann nach dem Wahlkampf vollkommen vergisst, wundert es wirklich nicht, dass es sogar Boykottaufrufe für den CSD gibt. Auch wenn die Intension wohl verständlich ist: Befürworter hoffen wohl, Aufmerksamkeit durch das Ausfallen von CSDs zu kriegen. Aber was passiert wohl, wenn wirklich einer ausfällt? Dann gibt es bestimmt nicht einmal mehr die gute Berichterstattung, die als Randerscheinung durchaus einmal durch die Medien geht. Ob dann auch nur eine einzige politische Partei davon Notiz nehmen würde, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.


Fotos: Christine Ullmann & Bianca Westphal

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT