Corinna Behrens: Indianer im Kopf

Neuerscheinung im Butze Verlag - "Indianer im Kopf" von Corinna Behrens

Corinna Behrens schreibt über Religion, Liebe und Indianer

Anzeige

Religion ist ein schweres Thema, das war es immer und wird es auch wohl noch lange bleiben. Welchem Glauben man sich hingibt oder ob man überhaupt an etwas glaubt, dass ist heutzutage meist eigene Wahl und Vorliebe. Doch so frei man seine Religion auch wählen kann, so schränkt sie manchmal auch andere ein – in ihrer Lebensweise und ihren Ansichten. Solange die beiden sich nicht berühren und parallel zueinander laufen, ist das meist kein Problem, doch was passiert, wenn die Religion sich auseinandersetzen muss – sei es mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft oder mit dem Thema Homosexualität? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich Corinna Behrens in ihrem neuen Roman „Indianer im Kopf„, erschienen im Butze Verlag.

Jaqueline Achenbacher arbeitet im norddeutschen Städtchen Lütjenstede, spielt erfolgreich Fußball, ist Single und lesbisch – das allerdings wissen nur ganz wenige, denn ein Coming-out in der Provinz fällt eben immer noch schwer. Als der neue Pastor in den Ort zieht, sind alle restlos von ihm begeistert – die Ähnlichkeit zu George Clooney lässt die Lütjensteder Frauenherzen höher schlagen. Nur Jaqueline interessiert sich viel mehr für die Frau von Pastor Huber. Diese Mirjam übt auf sie eine ganz besondere Anziehung aus und so kommt das Unvermeidliche – Verliebtheit und Schmetterlinge im Bauch. Doch bis sich auch Mirjam diese Gefühle eingestehen kann, muss Jacqueline zittern und bangen. Als die beiden dann zueinander finden bedeutet das wider Erwarten kein Happy End, denn die beiden müssen sich heimlich treffen und bei öffentlichen Anlässen so tun, als seien sie nur gute Bekannte. Währenddessen wird im Ort gemunkelt, das Jaqueline auf Frauen steht – ein Umstand, der die Gemeinde entzweit, denn während manche das ganz und gar eklig finden, haben andere damit kein Problem. Wäre das nicht alles schon genug Aufregung, stimmt auch die Chemie zwischen Pastor Huber und Jaqueline nicht. Ganz abgsehen von dem dunklen Geheimnis, das Huber mit sich herumträgt… Und was haben eigentlich die Indianer damit zu tun, die Jacki immer öfter sieht?


Corinna Behrens hat mit „Indianer im Kopf“ einen vielschichtigen Roman geschrieben, der sich mit den vielen Problemen, denen man als homosexueller Mensch auch heutzutage noch immer ausgesetzt ist, beschäftigt.

Von Homophobie im Fußball über die Ablehnung im alltäglichen Leben und in der Kirche stößt das Buch auf vielfältige Konflikte, die nicht nur in der Welt des Romans bestehen, sondern uns auch real beschäftigen, wenn man nur einmal einen Blick ins eigene Umfeld wagt.

Fazit: Ein tolles Buch, das sich auch gut verschenken lässt!

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT