Ich habe versucht in dieser Kolumne ein wenig aufzuklären. Autor/in zu sein, ist verdammt viel Arbeit. Kostet Zeit, Nerven und Geld. Warum tun sich das Menschen dennoch an?

Seien wir einmal ehrlich. Für das Geld, was ich nach Abzug aller Kosten mit meinen Büchern verdiene, könnte ich einen viel einfacheren Job machen und mit sehr viel weniger Stunden das gleiche erwirtschaften.

Ich beneide Autoren, die davon leben können, ich kann es nicht.

Aber was ich kann, ist mein ganzes Herzblut in eine Geschichte zu investieren.

An meinem ersten Roman »Seth & William« habe ich fast ein Jahr geschrieben. Viele Szenen habe ich gelöscht oder umgeschrieben. Ich war nächtelang wach, hatte wahnsinnige Rückenschmerzen vom ganzen Sitzen am Computer und habe tagelang weniger Sonnenlicht als jeder Vampir abbekommen.

Wozu eigentlich, wenn man davon nicht reich wird? Wenn der Stundenlohn, vermutlich unter einem Euro liegt und wenn man so oft flennend vorm PC sitzt?

Die einfache Antwort:

Weil ich es gottverdammt liebe!

Ich habe von den beiden geträumt und das mehr als einmal. In Vorlesungen habe ich ins Leere gestarrt und mich gefragt, wie ich die beiden glücklich bekomme. Wegen Maggie und Chris war ich einmal zwei Stunden in der Badewanne und habe nicht mitbekommen, dass das Wasser eiskalt war. Ich habe mehr als nur einmal meinen Zug verpasst, weil ich so in Gedanken vertieft war.

Diese Geschichte zu schreiben und Seth von der leeren, kalten Dachterrasse in ein richtiges Zuhause zu bringen, war mir wichtig. Ich habe mein Ziel nicht erreicht, als das Buch veröffentlicht wurde, sondern als ich das magische Wort »Ende« darunter gesetzt habe.

Wenn meinen Lesern die Geschichten dann gefallen, macht mich das unglaublich glücklich und stolz, aber ich werde nie schreiben, um anderen zu gefallen.

Mich haben Menschen davor gewarnt, meinen ersten lesbischen Roman »Heldinnen küssen besser« zu schreiben. Weil es den Markt für Lesbian Romance kaum gibt. Und ich habe erwidert, dass ich keine Wahl habe. Einmal in eine Geschichte verliebt, muss ich sie auch beenden. Da geht es nicht um Wirtschaftlichkeit, sondern um Herzblut.

Ich werde mit dem Schreiben nicht reich. Vermutlich werde ich das nie. Aber ich gewinne Erfahrungen, die man nicht kaufen kann.

Und genau deswegen der beste Rat, den ich euch geben kann: Ihr wollt schreiben? Dann macht es, aber aus den richtigen Gründen. Man wird davon nicht reich oder berühmt, aber es kann glücklich machen.

So kitschig es auch klingt, für mich ist mein Dasein als Autorin kein Job, sondern eine Berufung. Und solange es mich glücklich macht, schreibe ich weiter.


Und damit ist meine Kolumne hier zu Ende. Das war eine tolle Erfahrung, die mir viel Spaß gemacht hat.

Wenn ihr noch zu irgendeinem Thema Fragen habt, schreibt mich gerne jederzeit via PN auf Facebook an oder schickt mir eine Mail an SerenaEvans@web.de.

Danke fürs Lesen!
Serena

Ehemalige Artikel der Kolumne „Autorenalltag“ findet ihr hier:

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Serena C. Evans
Unter dem Pseudonym Serena C. Evans schreibe und veröffentliche ich Liebesromane, in denen der Fokus immer auf gleichgeschlechtlichen Paaren liegt. Ich bin Jahrgang 1988, habe eine Schwäche für die Farbe Lila (gerade was Kleidung betrifft) und liebe richtig schöne Herzschmerz Geschichten, die am besten immer ein Happy End haben. Das Schreiben ist für mich Berufung, Nebenjob, Hobby und ein ganz großer Traum in einem. SerenaEvans@web.de

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