Das Buch ist fertig und soll auf die Leser losgelassen werden. Super. Aber wie macht man das eigentlich?

Generell gibt es zwei Wege, die ich hier einmal kurz vorstellen möchte:

1. Über einen Verlag

Der klassische Weg. Das Manuskript wird an einem Verlag geschickt und mit ganz viel Glück will dieser es veröffentlichen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Verlag alle Kosten (also z.B. für Lektorat, Cover, Werbung usw.) übernimmt.

Wichtiger Tipp: Ein Verlag übernimmt diese Kosten immer! Niemals muss ein Autor dafür Geld bezahlen, nie. Wenn der Verlag also Geld will oder eine Mindestabnahme von Büchern fordert, dann unbedingt Finger weg. Es gibt leider viel zu viele Druckkostenverlage und auf diese fallen Neulinge schnell rein. Bitte tut das nicht!

2. Als Self Publisher

Heutzutage kann jeder ein Buch veröffentlichen. Amazon bietet z.B. an, dass jeder kostenfrei sein eBook hochladen kann. Je nach Verkaufspreis bekommt man dann bis zu 70% Tantiemen. Klingt genial, oder? Allerdings ist man dabei auch auf sich allein gestellt. Man muss alle vorherigen Kosten (z.B. für das Cover) selbst bezahlen und das im Vorfeld, ohne zu wissen, was man wieder reinholt. Zudem braucht es eine Menge Wissen: über den richtigen Preis, bis hin zu Marketing, aber auch rechtliche Aspekte, wie z.B. das Buchpreisbindungsgesetz.

Mein Weg

Ich habe im Februar 2015 mein erstes Buch veröffentlicht, darauf sind vier weitere gefolgt und ich durfte mehrere Bestseller in den Amazonkategorien zu den Genres Gay und Lesbian Romance mein eigen nennen. Dennoch fühle ich mich oft noch wie eine blutige Anfängerin. Von meinen Büchern ging eines bisher über den Verlag.

Allerdings hatte ich Glück, wahnsinniges Glück. Ich lernte eher zufällig eine Autorin kennen, die eine Art Mentorin für mich wurde und mir auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite steht.

one-way-street-1113973_1920Meine Empfehlung

Wenn ihr keinen Profi zur Hand habt, empfehle ich Anfängern den Weg über den Verlag. Das ist allein meine subjektive Meinung und rein auf Gay und Lesbian Romance bezogen. Denn in diesem Genre gibt es kleine Verlage. Dort hat man Profis zur Hand und dennoch eine sehr persönliche Betreuung.

Und da ich mit „meinem“ Verlag – dem MAIN-Verlag – im engen Kontakt stehe, habe ich einfach mal für euch nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist. Bisher bin ich die einzige Autorin, die bei ihnen Lesbian Romance veröffentlicht hat, aber diese Sparte würden sie gerne ausbauen.

Deswegen, wenn ihr Lesbian Romance (oder vielleicht auch Gay) fertig habt und einen Verlag sucht, dann kann ich euch den MAIN-Verlag ans Herz legen: http://www.main-verlag.de/manuskripteinreichung.html!

Klar, bin ich parteiisch, ich kenne immerhin nur den einen Verlag von der Zusammenarbeit her, aber ich persönlich fühle mich da gut aufgehoben und kann ihn deswegen auch mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Ein Beispiel gefälligst? Als ich der Lektorin vom Verlag von der Kolumne hier erzählt habe, hat sie angeboten meine Texte gegenzulesen und mir zu helfen. Dafür bekommt sie auch kein Geld, weder von mir, noch vom Verlag. Solch Hilfestellungen bedeuten mir sehr viel. Man wird eben nicht nur als Autor auf das Buch und das damit verdiente Geld reduziert.

Ihr könnt oder wollt dennoch nicht bei einem Verlag veröffentlichen? Dann lege ich euch ans Herz, euch wirklich gut zu informieren. Das Veröffentlichen eines Romans wirkt so einfach, birgt aber eben auch Tücken. Gerade wenn es um rechtliche Aspekte, wie z.B. das Pflichtablieferungsgesetz der Deutschen Nationalbibliothek geht oder die Abrechnung mit dem Finanzamt. Einnahmen müssen versteuer werden! Und ja, das müsst ihr als Autor dann ggf. wissen und berücksichtigen.

Ich habe meinen Weg nur geschafft, weil ich mich fast ein Jahr lang zu dem Thema schlau gemacht habe und viel Hilfe hatte. Dennoch lerne ich fast täglich noch etwas Neues und fühle mich noch lange nicht als Profi.

Wer ein Buch veröffentlichen möchte, sollte es richtig machen. Mit ganz viel Herzblut und Wissen, mit Spaß und der nötigen Professionalität. Denn egal welchen Weg ihr geht, die Leser erwarten ein fertiges Buch, ohne Fehler, Macken und Kanten. Auch Anfängern wird nicht alles verziehen. Sobald man Geld verlangt, muss man auch entsprechend arbeiten.

Wir lesen uns!
Serena

Fortsetzung der Kolumne „Autorenalltag“ – jeden Sonntag!

Serena_Logo_4
Zur „Autorenalltag“-Kolumnenübersicht
TEILEN
Vorheriger Artikel10 Dinge, die Lesben NICHT sagen! – Teil IV
Nächster Artikel#WeStandWithOrlando
Serena C. Evans
Unter dem Pseudonym Serena C. Evans schreibe und veröffentliche ich Liebesromane, in denen der Fokus immer auf gleichgeschlechtlichen Paaren liegt. Ich bin Jahrgang 1988, habe eine Schwäche für die Farbe Lila (gerade was Kleidung betrifft) und liebe richtig schöne Herzschmerz Geschichten, die am besten immer ein Happy End haben. Das Schreiben ist für mich Berufung, Nebenjob, Hobby und ein ganz großer Traum in einem. SerenaEvans@web.de

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT