AutorIn sein ist viel Arbeit und es gehört mehr dazu, als nur zu schreiben. Soviel wissen wir jetzt schon, aber wie schreibt man denn ein Buch?

Vorweg, es gibt nicht das Patenrezept für den Bestseller. Selbst wenn es um Kleinigkeiten geht, gibt es viele verschiedene Meinungen. Deswegen mein ganz einfacher Rat: Schreibt worauf ihr Lust habt. Ihr wollt Vampirkitsch schreiben? Dann macht es. Oder eine Geschichte über einen Zauberlehrling? Na dann auf die Tastatur, fertig, los.

Auch nach 1 ½ Jahren gibt es immer wieder Menschen, die mir erzählen, dass man mit Gay und Lesbian Romance nicht reich wird und ich Erotikromane oder Krimis schreiben sollte. Was da hilft? Lächeln, nicken und dann trotzdem nur das Schreiben, wofür das eigene Herz schlägt. Auch der beste Schreibstil kann nicht vertuschen, wenn man nicht wirklich hinter seiner Geschichte steht.

Im besten Fall wisst ihr also jetzt was ihr schreiben wollt und habt bereits eine Idee. Von der ersten Idee bis zum geschriebenen Wort ist es kein einfacher Weg.

Auch hier gibt es kein Patenrezept, aber ich erzähle euch anhand meines Romans „Golden Feather“ wie ich vorgehe:

Die Grundidee war, dass ich über die Liebe zwischen Frauen schreiben wollte. Dazu war ich zu der Zeit ein großer Fan von Electro Swing. Was liegt da näher, als die Geschichte in den 20ern Jahren spielen zu lassen? Knackpunkt war das Thema HIV, das ich miteinbringen wollte. Zu dumm, dass die Krankheit erst zu Beginn der 80er Jahre entdeckt wurde. Um trotzdem über die 20er Jahre schreiben zu können, wurde der Themenclub „Golden Feather“ in meinen Gedanken erschaffen. Damit hatte ich die Zeitreise, aber auch die aktuellen medizinischen Möglichkeiten.

Prüft eure Ideen auf Herz und Nieren. Es ist quasi alles erst einmal erlaubt, muss aber in sich logisch sein. Nehmen wir als Beispiel „Harry Potter.“ Wie lockt man die Zauberschüler weg von PCs und Handys? Man sagt einfach, dass elektrische Geräte innerhalb der Schule nicht funktionieren. Solche Mittel sind erlaubt, solange man es konsequent durchzieht und es zum Genre passt.

Tipp: Erzählt jemanden eure Idee. Am besten dann, wenn ihr sie selbst schon durchgeplant habt. Ich persönliche mache das wahnsinnig gerne mit einer lieben Freundin, die ebenfalls Autorin ist. Manchmal könnte ich ihr für ihre kritischen Fragen die Augen auskratzen (tut mir leid, Emma!), aber genau das bringt mich weiter. Ich merke, wo Schwachstellen sind, was einfach unlogisch ist oder was missverstanden werden kann.

Außerdem muss die Idee gar nicht 100%ig komplett sein, bevor ihr euch ans Schreiben setzt. Es gab bisher kein Buch, bei dem mir nicht während des Schreibens noch ein paar Einfälle kamen. Wichtig ist nur, dass das Grundgerüst steht. Stellt euch vor, Harry Potter wäre am Ende vom ersten Buch eine Harriet geworden, weil der Autorin das spontan besser gefiel! Was hätte Frau Rowling für eine Heidenarbeit damit gehabt, das noch einmal umzuschreiben, zumal Harriet dann nicht mehr mit Ron in einem Schlafsaal sein könnte usw. usw.

Für mich ist das planen immer ein Puzzlespiel. Da werden Szenen noch mal verschoben oder Teile kommen hinzu, auch wenn ich schon weiß, wie es am Schluss aussehen soll.

Und dann?

Schreiben.

Macht euch dabei nicht zu viele Gedanken über Fehlerchen, die Seitenzahl oder die mögliche Meinung von potenziellen Lesern. Solch Sorgen hemmen ganz schnell den Schreibfluss. Erst einmal nur schreiben. Überarbeiten kann und muss man am Schluss sowieso noch einmal. Für den Feinschliff gibt es Lektoren und für die Rechtschreibfehler das Korrektorat.
Eine Verlagsmitarbeiterin hat mir einmal gesagt, dass es mein Job als Autorin erst mal nur ist, eine tolle Geschichte zu schreiben, in der mein ganzes Herzblut steckt. Alles andere kommt später.

Wichtig ist, es seinen eigenen Weg zu finden. Es gibt Autoren / Autorinnen, die mit Mindmaps arbeiten, oder sich Stammbäume zeichnen, Notizen schreiben usw. Ich z.B. kann mit Mindmaps gar nicht arbeiten, auch wenn diese mir selbst im Studium noch als tolle Brainstorm-Methode angepriesen werden. Sucht euch das, womit ihr arbeiten könnt und dann plant los. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um seine Muse von der Kette zu lassen. Erst einmal gibt es keine schlechten Ideen, gefiltert wird später noch. Kreativität lebt von Freiheiten und nicht von Regeln.

Ich hoffe, ich konnte euch an paar Anregungen für eigene Projekte geben.

Wir lesen uns!
Serena

Fortsetzung der Kolumne „Autorenalltag“ – jeden Sonntag!

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Serena C. Evans
Unter dem Pseudonym Serena C. Evans schreibe und veröffentliche ich Liebesromane, in denen der Fokus immer auf gleichgeschlechtlichen Paaren liegt. Ich bin Jahrgang 1988, habe eine Schwäche für die Farbe Lila (gerade was Kleidung betrifft) und liebe richtig schöne Herzschmerz Geschichten, die am besten immer ein Happy End haben. Das Schreiben ist für mich Berufung, Nebenjob, Hobby und ein ganz großer Traum in einem. SerenaEvans@web.de

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