Unter dem Pseudonym Serena C. Evans schreibe und veröffentliche ich Liebesromane, in denen der Fokus immer auf gleichgeschlechtlichen Paaren liegt.

Wie entsteht eigentlich ein Buch?

Die Frage klingt ziemlich einfach. Irgendwer schreibt es, irgendwie wird es gedruckt und irgendwo kann man es dann kaufen. Das Ganze in einem Zeitraum von circa 2 Wochen und fertig ist der nächste Bestseller.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Vielleicht schaffen andere Autoren das (wenn ja, dann bin ich ein bisschen neidisch), aber bei mir vergehen von der Idee bis zur Veröffentlichung 3-6 Monate. Auch wenn ich ohne Verlag arbeite (sogenanntes Self Publishing) wirken noch andere Personen an meinem Buch mit. Das sind in der Regel meine Lektorin, eine Coverdesignerin und zwei bis drei Testleserinnen.

Merkt ihr schon, dass die Entstehung von einem Buch vielleicht doch nicht so einfach ist?

Bei mir gibt es sieben verschiedene Arbeitsschritte bis zum fertigen Buch:

– Idee
– Schreiben
– Überarbeiten
– Lektorat
– Überarbeiten
– Korrektorat
– Überarbeiten
– Coverdesign
– Formatierung

Alles beginnt (na klar) mit der Idee. Da ich Liebesromane schreibe, steht das Paar im Vordergrund. Dazu braucht es die Kernhandlung, den sogenannten Plot. Was passiert und warum passiert es. Da zwei alleine etwas langweilig sind, kommen noch ein paar Nebenfiguren dazu. Noch eine Prise Drama und die Handlung steht. Von der ersten Idee bis zum ausgebauten Plot brauche ich mehrere Tage, manchmal auch Wochen. Oft kommen weitere Ideen noch spontan beim Schreiben dazu. Ich erkläre es immer so, dass ich mein Ziel kenne, aber spontan entscheide, welchen Weg ich dorthin nehme.

Dann kommt das Herzstück; das Schreiben. Wie schnell das geht, ist sicher von Autor zu Autor unterschiedlich und hat auch was damit zu tun, ob man hauptberuflich noch einen Brotjob hat, Kinder versorgt werden wollten oder Klausuren an der Uni geschrieben werden. Ich persönlich brauche i.d.R. drei Monate.

Danach ist ein Buch aber noch lange nicht fertig. Beim Bild wäre dass die Skizze, die nun mit Farbe ausgearbeitet wird. Erst einmal überarbeite ich es selbst, d.h. ich suche nach Fehlern, bessere Szenen aus oder schreibe noch was dazu.

home-office-336378_640Das Lektorat ist der Feinschliff vom Profi. Quasi der Architekt, dieser prüft, ob mein Kartenhaus Hand und Fuß hat. Der Lektor schaut, ob die Handlung stimmig ist, ob es Logikfehler gibt (z.B. spontan wechselnde Haarfarben) und macht Vorschläge, damit alles rund ist. I.d.R. gibt es beim Lektorat mehr als einen Durchgang und zwischendrin dürfen Testleser noch ihrer Meinung als Leser abgeben.

Jetzt folgt das Korrektorat, also die Suche nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Eine 100% Quote schafft man da aber niemals. Irgendwann wird auch ein Profi blind für einen Text. Es sollten aber nahezu keine Fehler mehr vorhanden sein.

Das ist der Inhalt, aber kein gutes Buch ohne ordentliche Verpackung. Ein Cover muss her, denn seien wir einmal ehrlich, das ist immer der erste Blickfang. Dabei gibt es zwei Sorten. Auftragsarbeiten und Premades. Bei Auftragsarbeiten sagt der Autor,  was er haben will und der Designer versucht, es umzusetzen bzw. schlägt auch eigene Ideen vor.

Bei meinen Büchern haben »Seth & William«, »Sonne, Mond und Sterne« und »Heldinnen küssen besser«(Rezension von SzeneLesbe hier lesen), mein bisher einziger Verlagstitel, ein individuelles Cover bekommen. (Das Making-off zum Cover von „Heldinnen küssen besser“ gibt es hier.)

Premades hingegen werden von Designern vorher erstellt, weil sie glauben, dass dort Nachfrage besteht. Dadurch sind die Kosten etwas geringer. Sowohl »Golden Feather: Zeitreise ins Glück« als auch »Immer wieder Noah« (erscheint Ende Mai) haben bei mir Premadecover bekommen.

Der letzte Schritt beim Buch ist die Formatierung des Textes. Denn er soll immerhin auf dem Reader und auch in gedruckter Form gut aussehen.

Und dann? Hochladen und Zittern.

Nach mehreren Monaten Arbeit bin ich (und bestimmt auch viele Kollegen) bei jedem Buch noch immer wahnsinnig nervös. Ich fiebere dem Veröffentlichungsdatum richtig entgegen.

Deswegen sind Rezensionen von euch für mich so wichtig. Weil ich natürlich wissen möchte, ob sich die investierte Zeit (und das Geld!) auch gelohnt haben.

Dieser Artikel bezieht sich allein auf meine Arbeitsweise. Ich möchte nicht ausschließen, dass Kollegen das anders handhaben, das ist auch ein wenig Genre abhängig. Bei einem Krimi ist die Recherchearbeit vermutlich viel relevanter, als bei Liebesromanen.

Hättet ihr gedacht, dass so viel Zeit und Arbeit in meinen Büchern stecken?

Ich hoffe, damit habe ich ein paar typische Fragen beantworten können. Wenn ihr noch welche habt, dann schreibt mir (SerenaEvans@web.de). Der kleine Blick hinter die Kulissen ist immerhin für euch gedacht. 🙂

Wir lesen uns!
– Serena

Fortsetzung der Kolumne „Autorenalltag“ – jeden Sonntag!

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Serena C. Evans
Unter dem Pseudonym Serena C. Evans schreibe und veröffentliche ich Liebesromane, in denen der Fokus immer auf gleichgeschlechtlichen Paaren liegt. Ich bin Jahrgang 1988, habe eine Schwäche für die Farbe Lila (gerade was Kleidung betrifft) und liebe richtig schöne Herzschmerz Geschichten, die am besten immer ein Happy End haben. Das Schreiben ist für mich Berufung, Nebenjob, Hobby und ein ganz großer Traum in einem. SerenaEvans@web.de

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