Ägypten: Propaganda von Homosexualität in den Medien ist strafbar!

Positive Berichterstattung über Homosexualität ist in Ägypten verboten...

Ägypten ist ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen. Doch wie ist das, wenn man noch dazu lesbisch ist?

Tatsächlich habe ich einige lesbische Freundinnen und Bekannte, die seit Jahren hier ihre Urlaube unter der Sonne verbringen und dies auf Nachfragen meinerseits auch weiterhin tun wollen. Auch ihre Kleinkinder nehmen sie mit in den Urlaub. Auf meine Frage, ob sie sich denn auch als Regenbogenfamilie zu erkennen geben, ist die Antwort: „Klar, also wir geben uns schon hier und da einen Kuss und halten uns auch an den Händen.“ Negative Reaktionen sind ihnen bisher noch nicht untergekommen…

Das verwundert mich. Denn ganz anders scheint es jenseits des Toruismus auszusehen, wenn man die aktuellen Medienberichte verfolgt. Hier wurden nämlich Ende September 2017 Besucher eines Konzerts der libanesischen Rockband Mashrou‘ Leila, dessen Sänger offen schwul ist, in Kario – der Hauptstadt Ägyptens – festgenommen, weil sie während des Auftritts eine Regenbogenflagge schwenkten.

Laut Amnesty International sind im Anschluss an das Konzert mindestens 57 Personen, darunter auch eine Frau, aufgrund ihrer vermeintlichen sexuellen Orientierung festgenommen worden. Nicht einmal alle der Festgenommenen waren Besucher des Konzerts. Einige wurden nach Angaben von Amnesty zum Beispiel auch über Online-Datingseiten ausfindig gemacht!

„Die Vorwürfe gegen mindestens 55 der Inhaftierten lauten unter anderem auf gewohnheitsmäßige Ausschweifungen, Anstiftung zu Ausschweifungen und Förderung sexueller Devianz. Hierbei handelt es sich um Anklagen unter dem Prostitutionsgesetz. Gegen Sara Hegazy und eine weitere Person werden dieselben Vorwürfe erhoben und sie sind zusätzlich noch wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppe angeklagt.“ (Quelle: Amnesty International, 4. Oktober 2017)

Die Folge: Den Angeklagten drohen nun mehrjährige Haftstrafen!

Die ägyptische Gesellschaft gilt als homophob und kürzlich gab der Oberste Rat für Presseregulierung, ein staatliches Organ, laut Spiegel Online bekannt, dass die „Propaganda von Homosexualität“ in den Medien untersagt sei. Homosexuelle dürften nicht mehr positiv in Medien dargestellt werden, sie seien eine Schande.

So lautet es nach queer.de nun flächendeckend: „Es ist verboten, Homosexuelle in Printmedien, Audio- oder visuellen Medien zu zeigen, außer wenn die Tatsache gezeigt wird, dass ihr Verhalten unangemessen ist und dass sie dafür büßen.“ In dem Artikel von queer.de, den wir euch bezüglich der Thematik sehr ans Herz legen wollen, lesen wir zudem, dass laut einer Umfrage von „Pew Global“ aus dem Jahr 2013 insgesamt 95 Prozent der ägyptischen Bevölkerung der Ansicht gewesen seien, Homosexualität im Land sei nicht zu akzeptieren.


Hier könnt ihr als Unterstützer der Festgenommenen ein Schreiben „Gegen die Schikanierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität“ zur Freigabe dieser und Verhinderung weiterer Festnahmen unterzeichnen!

– Mira

 

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