Im April lobte der LSVD (Lesben- und Schwulenverband) die evangelische Kirche – sie sei weiter als der deutsche Staat. Warum? Ab 1. Juli 2016, also heute, dürfen Homosexuelle in Berlin und Brandenburg kirchlich heiraten!

Es ist soweit. Heute ist der erste Tag, an dem sich gleichgeschlechtliche Paare in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen endlich auch kirchlich das Ja-Wort gebe dürfen. Bisher war dies in Hessen, Nassau und in Baden möglich. Damit stellen bereits vier von den bundesweit 20 Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die eingetragene Lebenspartnerschaft mit der klassischen Ehe bei kirchlichen Hochzeiten gleich.

Im April diesen Jahres wurde ein Kichengesetz zur Gleichstellung von Ehepaaren und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern in Traugottesdiensten von der Synode der Landeskirche beschlossen. 91 von 105 Synodalen stimmten dafür!

„Die Evangelische Kirche ist einen großen Schritt gegangen. Als Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche weiter als der deutsche Staat,“ erklärte Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg.

Bereits seit 2002 ermöglichte die Landeskirche gleichgeschlechtlichen Paaren sogenannte Segnungsgottesdienste, die allerdings nicht mit den üblichen Traugottesdiensten für heterosexuelle Paare vergleichbar sind. Zudem wurden die Paare nicht unbedingt in die Kirchenbücher eingetragen. Aktuell besteht für Pfarrer und Gemeinden zwar noch die Möglichkeit einen solchen Traugottesdienst von homosexuellen Paaren abzulehnen, allerdings müssen sie dies gegenüber ihres Vorgesetzten begründen. Heiraten können diese Paare dann jedoch in einer anderen Gemeinde trotzdem.

Damit sind homosexuelle Paare nach mehr als 14 Jahren Homo-Ehe in Deutschland zwar noch immer nicht rechtlich gleichgestellt, aber immerhin tut sich etwas.

Das Bundesgesetz zur Homo-Ehe wurde am 18. November 2000 vom Bundestag beschlossen und trat am 1. August 2001 in Kraft.

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