52 Tuesdays

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52 Dienstag-Episoden über den Fortschritt einer Geschlechtsumwandlung, die damit verbundenen Schwierigkeiten (Testosteron-Unverträglichkeit), das emotionale Erkalten einer Mutter-Tochter-Beziehung und Schritte zur sexuellen Selbstfindung.

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52 Tuesdays poster” by Source (WP:NFCC#4). Licensed under Fair use via Wikipedia.

“I was always praised for my sophistication, my maturity, my ability to adapt. But it was never true. You just have no choice, do you?”

Billies Mutter Jane, der sie alles erzählen konnte, immer, die mit ihr gemeinsam Entscheidungen getroffen hat, will nicht mehr Jane sein. Will nicht mehr und war auch nie wirklich Jane. Sondern James!

Das erfährt Billie als letzte, mit dem süßen Zusatz, dass sie zu ihrem Vater Tom ziehen soll, damit James sich auf seine Mannwerdung konzentrieren kann. Sie muss gehen, für ein Jahr, Janes Bruder Harry darf bleiben. Billie nimmt es hin, will sie doch ihre Mutter glücklich sehen. Aber komisch fühlt es sich doch an. James und sie geben sich ein Versprechen: Jeden Dienstag, von 16 Uhr bis 22 Uhr, werden sie Zeit miteinander verbringen. Nicht, dass es das leichter macht, ganz im Gegenteil…

Aus der engen Mutter-Tochter-Beziehung ist eine Beziehung auf Zeit geworden. Jeden Dienstag, ein paar Stunden lang nur, ist James noch Billies Mutter.

Billie beobachtet eines Tages zwei Mitschüler, die während der Theaterprobe im Kostümraum miteinander schlafen. Das Mädchen sieht Billie – lächelt sie an. Ein paar Mal beobachtet sie die beiden, bis sie sich einen Ruck gibt und sie anspricht. “So, do you wanna play games?”, will sie wissen.

Jasmin und ihr Freund stimmen zu und so treffen sie sich von nun an immer zu dritt. Billie sieht meistens zu, nimmt in sich auf und genießt es. Die Aufführung des Theaterstücks rückt näher. Danach können sie sich nicht mehr in der Schule treffen. Gibt es einen Alternativort?

Billie fragt Harry um Rat, sie braucht einen Raum, um mit ihren Freunden abzuhängen. Nur abhängen, keine Drogen, kein Besäufnis. Harry gibt ihr den Schlüssel zu einer Ruine. Graffitis überall, ein paar halbverfallene Möbel, eine Dachterasse. Perfekt!

Billie erzählt ihrem Vater von nun an, sie käme um 24 Uhr von James nach Hause, von ihrer Mutter verabschiedet sie sich gegen 22 Uhr. Harry, der für sie mehr wie ein abgedrehter Bruder als ein erwachsener Onkel ist, setzt sie an der Ruine ab. Jasmin und ihr Freund treffen ebenfalls ein und sie setzen ihre Spiele fort, immer dienstags. Nur eine Sache hat sich geändert: Billie hat jetzt eine Kamera. Sie filmt alles, was sie zu dritt tun. Für sie fühlt es sich wahr an, es macht einfach Sinn.

Als Billies Eltern herausfinden, dass sie lügt, sollen sie die Wahrheit wissen. Was treibt ihre Tochter in den übrigen zwei Stunden? Als Harry Billies Kamera klaut, hat sie keine Wahl, als James um Hilfe zu bitten. Dieser tut ihr den Gefallen, doch sieht er sich auch das Tape an.


Der Film wurde 2013 über ein Jahr jeden Dienstag in Adelaide, Australien, gedreht. Dabei bekamen die Schauspieler Woche für Woche immer nur ein Stückchen des Drehbuchs vorgelegt, weshalb ihnen das Ende des Films lange Zeit nicht bekannt war.

Der Film der Dokumentarfilmerin Sophie Hyde ist intensiv, authentisch und weitab jeder Klischees. Jede Aufnahme fesselt, jeder Dialog bleibt im Gedächtnis. Die Darstellerin von Billie, Tilda Cobham-Hervey, spielt eindringlich und mit einer Klarheit, die nicht mehr loslässt.

Nach Ende des Films bleibt der Eindruck, hier etwas Großes und Bedeutendes gesehen zu haben.

“52 Tuesdays” wurde im Zuge der monatlichen L-Filmnacht im Cinemaxx in München ausgestrahlt.

Die L-Filmnacht findet regelmäßig in vielen Städten Deutschlands statt. Hier kannst Du nachsehen, wann und ob auch in Deiner Nähe eine L-Filmnacht stattfindet.

 

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